74. Münchner Filmkunstwochen

Vom 22. Juli bis zum 12. August 2026 finden wieder die Münchner Filmkunstwochen statt.

Sie wurden gegründet von Fritz Walter als einer Sommeraktion der Münchner Progammkinos zu einer Zeit, als es noch eine Kinohierarchie gab in der Stadt: in der City waren die Premierenkinos und in den Vorstädten die Zweitabspielstätten, die schauen mussten, was ihnen vom Kuchen übrigblieb.

Heute müssen sich die Kinos wiederum neu definieren und sich abgrenzen von der Allverfügbarkeit von Bildern, besonders durch die Streamingdienste. So betonen die Kinos das, was die Streamingdienste nicht haben: Individualität.

Jedes Kino zeigt in den Filmkunstwochen sein Gesicht, seine Persönlichkeit, denn die Betreiber selber stellen das Programm nach ihrem Gusto, ihrer Leidenschaft und nach ihren Favoriten zusammen. So kommt eine einzigartige Vielfalt und ein ungewönlich persönliches Angebot zustande, eine Vielfalt, die im Gegensatz zur unübersichtlichen Masse von Angeboten im Netz, einzuordnen und differenzierbar bleibt.

Nebst den Filmen gibt es jede Menge von Events und Sonderanlässen.

Aus der opulenten Palette der Filme, die von Spielberg über Almodovar, Christopher Nolan und Winding Refn, Mario Adorf und Sandra Hüller, Western und Musicals, Wort & Vision, Ciné Espanol & Cine Latino, 90er und Neuer Deutscher Film und und seien zwei ganz besondere Münchner Schmankerl herausgepickt und empfohlen, die in einer wundervollen Schwebe zueinander stehen.

Der eine Film, Lebensfreundschaft, porträtiert zwei Münchner Kreative, die nicht nur befreundet sind, sondern das Stadtbild, das Image Münchens der Nachkriegszeit entscheidend mitgeprägt haben und die mit über 90 noch fit sind wie ein Turnschuh, der andere Film, Marios Destino, schaut in der Satellitenstadt Neuperlach vorbei, die einst als sozialer Brennpunkt galt, und entdeckt einen Künstler mit einem ganz anderen Schicksal und Lebensweg als die beiden aus dem Lebensfreundschaft-Film, einen Künstler, der schmerzgetrieben mit Leib und Seele etwas an die Jugend weitergeben, Spuren hinterlassen will, einen, den nicht die Unebenheiten, wie im Olympiapark oder bei Auto- oder Motorradchassis interessieren, sondern die Unebenheiten des Lebens, wie jene, die das Mobile in Bewegung halten.

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