Sehr lange zwanzig Minuten
Gebührenabgreifprojekt im Pfründenstadl
Sendungen, die kein Mensch braucht. Sendungen, die unnötig Gebührengelder verbrennen. Man kennt sich. Man schiebt sich die Jobs zu. Davon, dass hier aus einem Wettbewerb, der öffentlich ausgeschrieben gewesen wäre, die besten Vorschläge und Besetzungen herauskristallisiert wurden, ist nirgendwo die Rede. Dies zu einer Zeit, in der zur Diskussion steht, ob selbst die Oktoberfestwirtschaften per europäischem Wettbewerb ausgeschrieben werden sollen.
Nicht so beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Hier zählen Beziehungen. Wer kennt wen. Und im Abspann bittschön keine Namen. Irgendwo als Gebührentreuhänderin eine offenbar leicht vereinnahmbare Christine Peter. Die muss wohl eine Firma namens Redseven kennen. Diese steht im Abspann als Produzentin. Wie hat sie den Auftrag ergattert? Wie ist der Auftrag vergeben worden? Wie ist die Moderatorin Caro Matzko an den Job und damit an die Gebührenkröten gekommen?
Ergiebig ist es nicht, was da über den Bildschirm verbreitet wird, Boulder-Wand, technische Kurzinfos über das Bewegungsmuster von Eichhörnchen, teils mit KI-generierten Bildern, ein jämmerlicher Kletterversuch der Moderatorin mit Höhenangst und zwei sympathische Speedkletterer.
Solange niemand klagt, interessiert das Thema auch niemanden. Zu klagen dürfte sich kaum jemand trauen, da es sich doch primär um ein Gunstgewerbe zu handeln scheint. Der Wirt der beim Oktoberfest klagte, der ist jetzt draußen.
Meiner Meinung nach sind solche Format einzig und allein dazu erfunden, Zwangsgebühren abzugreifen, sie sind weder unterhaltsam noch bildend, weder lehrreich noch philosophisch noch gesellschaftskritisch und schon gar nicht investigativ, sie haben nicht im entferntesten mit dem demokratischen Grundauftrag eines zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkes zu tun. Sie sind billig gemacht, kulturelles Leergut, sie sind nicht anregend, allenfalls zeitgeistanpasserisch mit ihren Anglizismen: ‚Made in Bavaria‘ im Titel, das Wort ‚Challenge‘ wird eingesetzt, das kommt offenbar bei den möglicherweise in einem geistigen Komazustand sich befindlichen Redaktionen gut an wie ein Beschwörungstrunk.
Redaktionen, die solche Formate produzieren, können ohne Qualitätsverlust oder Schaden für das Ansehen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgelöst und eingespart werden im Interesse des Gebührenzahlers und des Images der Anstalt.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.
Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.