Ninja Motherf*cking Destruction

Flügge –
Vibe der Jugend

Leonie (Emma Suthe) und Marlene (Merle von Mach) sind die dicksten Freundinnen zu dem Zeitpunkt im Leben, an welchem der Mensch sich von zuhause loslöst. Alles ist sorglos, versponnen, voller Unruhe, Spaß, Albernheit. Sie spüren das Leben, sie spüren die Liebe. Sie können ohne einander nicht sein.

Aber Marlene hat mit Paul (Maximilian Mundt) geschlafen. Leonie zieht von zuhause aus in eine WG. Der Papa (Roderich Gramse) hilft ihr beim Umzug, die Matratze zusammenrollen. WG ist nichts für Leonie. Die Matratze muss wieder nach Hause zurückverfrachtet werden.

Leonie trifft auf Naomi (Marie Tragousti). Das wird eine heiße, physische Liebe, die an Blau ist eine warme Farbe erinnert.

Der Film kompiliert sich aus Handlungen, an denen die Geschichte illustriert wird. Er zeigt die federleichte Methode von Lotta Schwer, sich unverblümt ihrem Stoff, ihren Protagonisten zu nähern, sie aufblühen zu lassen.

Die Dialoge ergeben sich aus den Handlungen und sind nicht die Art im deutschen, subventionierten Kino häufig zu hörenden Texte, die ganz klar am Computer erfunden wurden. So schnell wie der Vibe der Jugend ist, sind die Flashs auf ihr Leben, die Handy-Kamera atemlos nah dran.

Ein Diskurs zwischen Melanie und Leonie ist derjenige über die berufliche Zukunft. Melanie bereitet sich auf den Bachelor vor. Leonie ist über einen Job im Bio-Paradies auf eine Bio-Gärtnerei auf dem Land gekommen. Auch die Arbeit dort wird in schnellen Skizzen hingehuscht. Gemüse wird eingemacht, Tomaten geerntet.

Leonie versinkt nicht in Trübsal. Sie ist in Behandlung bei einer Psychiatrin. Die Szene findet in der Covid-Zeit statt. Der Film selbst wurde in verschiedenen Phasen über sieben Jahre von 2017 bis 2024 gedreht. Darsteller und Rollen reifen und verändern sich parallel.

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