Vom Traum, unsinkbar zu sein – Ein Heimatfilm auf dem Meer

Nida, Seefuchs, Stubnitz und Blauwal

heißen die Schiffe aus der Fischfangflotte der DDR, die sich Tom Fröhlich für seine ausstellungshaft montierte filmische Dokumentation herausgepickt hat. Die Namen haben sie teils bis heute oder bis zur Verschrottung behalten, teils wurden sie umbenannt.

Für jedes Schiff gibt es einen kurzen Infoeinschub, karteikartenhaft, teils ergänzt mit Sprecherstimme, Baujahr, Länge, für welche Fischerei gebaut, welcher Gebrauch, wie viele Mann Besatzung und wo das Schiff querte.

Archivfootage vom früheren Leben auf diesen Schiffen wird mit einem schmaleren Format als solches kenntlich gemacht. Dazu gibt es gesprochene „Erinnerungen“, das sind erhaltene Aufzeichnungen von Kapitänen.

Der Film wirft peripher einen Blick auf die industrielle Fischerei der DDR, die ging bis zur Hochseefischerei, er ist aber auch eine Hommage an das Seemansleben mit persönlichen Statements von Männern, die heute auf solchen Schiffen arbeiten. Da tönt durch, wie viel Zeit sie dort verbringen, auch der Begriff der Heimat wird vorsichtig eingebracht.

Die Geschichten der Schiffe sind teils abenteuerlich, besonders nach dem Ende der DDR. Die Stubnitz wurde von einem Künstlerkollektiv zum Kulturort im Hafen von Rostock umfunktioniert. Die Nida war bis 2023 unter anderen Flaggen in der Hochseefischerei tätig. Die wechselhafteste Story gibt es vom Seefuchs zu erzählen. Den haben Privatleute nach dem Ende der DDR als Hobby betrieben, dann ging er an eine Organisation, die Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettete und gelangte anschließend in die Hände von Schmugglern; diese wurden von der spanischen Guardia Civil in der Meerenge von Gibraltar mit Unmengen Hasch aufgebracht. Seither dümpelt sie im Hafen von Huelva.

Den kleinsten Part nimmt der Blauwal ein. Der wurde von seinem Kapitän nach dem Ende der DDR privat weitergeführt, bis zu seinem Ende in der Verschrottung, bei der der Film zugegen ist, und so noch einen Blick auf das Ausschlachten von Schiffen wirft. Gerahmt wird diese skurrile Schiffsausstellung vom ehemaligen Betriebschor des VEB Fischfang Rostock, der bis heute Konzerte gebe.

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