Minions & Monster

Dienen und Drehen

Der Film von Pierre Coffin, der mit Brian Lynch das Drehbuch geschrieben und mit Patrick Delage die Regie geführt hat, ist ein Doppelpack. Der erste Teil handelt vom Dienen, der zweite vom Drehen (eines Hollywoodfilmes).

Im ersten Teil suchen die niedlichen gelben Knöpfe mit ihrem einen oder mit mehreren Resthaaren auf dem gelben Kopf und den blauen Arbeitshosen einen Boss, dem sie dienen können. Aus diesem Motiv wird eine Tour de Force durch die Erfolgs- und Meisterstücke Hollywoods vom Stummfilm bis zum beginnenden Tonfilm; eine Fundgrube für Zitatenrecogniser.

Die Minions lassen nichts aus. Erst dienen sie einem Zyklopen, dann einem Zauberer, der Mumie und und und, schöner und wilder hat Hollywood selten bei sich selbst gewildert und dabei ein Tempo an den Tag gelegt, dass einem Sehen und Hören vergehen kann. Kaum ein Erfolgssujet, in das sich die Miniongruppe nicht hineinschmuggelt; sich hineinklumpt.

Sie geraten unfreiwillig in einen Filmdreh hinein. Erst ist der Regisseur konsterniert, wie er aber sieht, wie die beiden fetten Produzenten, wahrlich hübsche Karikaturen des Hollywoodproduzenten ganz allgemein, hier des Fantasiestudios „Bright Brothers“, nun „bright“ wirken die beiden nicht direkt, wobei, wie es denn üblicherweise im Abspann heißen würde, eine Ähnlichkeit mit lebenden Personen reiner Zufall wäre; kurz, wie der Regisseur sieht, dass die Produzenten begeistert sind, ist er es auch. Bis die Minons es vermasseln mit den brighten Produzenten. Aber die Minions haben bereits selbst ein Storyboard zu einem Monsterfilm geschrieben.

Der Film gibt einen Einblick nicht nur in einen Ausschnitt der Hollywoodgeschichte, sondern auch ins Filmemachen, in den Filmstudiobetrieb; für Kinder dürfte das verständlich sein.

Die Minions wollen also ihren eigenen Film machen, einen Monsterfilm. Dafür müssen sie ein geeignetes Monster suchen. Von ihrem Zaubererboss haben sie noch das Zauberbuch und kreieren sich so ihr Monster. Es ein niedliches grünes Ding. Das war den zwei begleitenden Kindern in der Pressevoraufführung arg zu harmlos, da das gezeichnete Monster ziemlich grauslig aussah. Das wiederum wollten wohl die realen Filmproduzenten den Kids nicht zumuten, haben sich so aber einer Rüge von einer acht- und einer zehnjährigen Nachwuchsfilmeschauerin eingehandelt. Denn auch das große, orange Monster, zu dem sich das kleine verwandelt, ist lediglich ein Slime- oder Schleimteil, das richtet zwar alles an, was im Katastrophen- oder im King-Kong-Film möglich ist, aber es zerläuft sich auch wieder. Das Böse, Monsterhafte, was die Zeichnung versprochen hat, ist es nicht.

Die deutsche Synchro ist ganz passabel, sie verzichtet auf den oft angewandten Trick mit der simplen Charaktersierung der Figuren durch plumpe Dialektfärbungen. Besonders der Filmregisseur kommt recht persönlich rüber.

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