Supergirl

Rettung eines Köters

Dieser Film von Craig Gillespie nach dem Drehbuch von Ana Nogueira nach Charakteren von Jerry Siegel und Joe Shuster betreibt einen gigantischen Aufwand zur Rettung eines Köters.

Es ist ein Hund, wie das Kino ihn gerne einsetzt, um Zuschauersympathien zu gewinnen. Der Glaube macht selig. Es ist ein Hollywoodhund, ein DC-Universum-Hund, es ist Krypto und der ist weder Straßenköter noch Pinscher, wie mir deuchte, sondern, wie die KI mir verrät, generell an einem eleganten Labrador Retriever orientiert. Aber da er eh ein außeriridischer Hund sei, sei es schwierig mit der Identifizierung mit irdischen Hunderassen.

Krypto ist der Hund von einer der Protagonistinnen, einem oder dem Supergirl (Milly Alcock). Die hängt in Kneipen rum, konsumiert Alkohol, scheint in einer Lebenskrise zu sein und chattet ab und an mit dem Superman (David Corenswet), der offenbar ihr Freund ist.

In diese ziel- und aussichtslose Welt platzt der Räuber Krem (Matthias Schoenaerts) hinein, setzt Schlägereien und Kämpfe in Gang, im Laufe derer der Hund einen vergifteten Pfeil abbekommt, der innert drei Tagen tödliche Wirkung erzielt.

Es gibt ein Gegengift, das trägt der Bandit in einem kleinen, eisernen Gefäß am Hals. Krem ist die schillerndste Figur in diesem Tierrettungsfilm, einmal durch die abenteuerlich genagelte Maske, dann durch den Schauspieler Schoenaerts mit seinen feurig-wilden Blicken und der weltverachtend-überlegenen Lache (dass ihm die noch vergehen wird, ist Eigenart des Genres).

Der Vorfall schreckt Supergirl in ihrer Lethargie auf, macht ihr Beine und mehr, um den Bösewicht zu finden und ihm das Gegengift abzunehmen, um Hundy zu retten. Sie ist nicht allein. Da kommen wir zu einem dramaturgischen Klumpfuß des Drehbuches von Anna Nogueira. Denn da ist noch Ruthye (Eva Ridley), die sich geren mit langem, komplizierten Namen vorstellt. Sie ist auch hinter Krem her. Der hat ihre Familie, die in ländlicher Abgeschiedenheit und Frieden gelebt hat, ausgelöscht. Geblieben ist ihr das vom Vater eigenhändig geschmiedete Schwert; das sie auf dem Rücken trägt.

Ruthy will Rache üben. Sie ist auch ein Supergirl, auf ihre Art. Und beiden schaut man gerne zu. So haben wir jetzt zwei wunderbare Darstellerinnen, die als Supergirls durchgehen, die beide hinter demselben Bösewicht her sind, aber mit unterschiedlichen Motivationen und mit unterschiedlichen Zielen. Für den Film dürfte sich das nicht gut ausgehen; das wirkt so, als sei der Film auf zwei unterschiedlichen Füßen und mit Schuhen verschiedener Machart unterwegs. Er rumpelt dramaturgisch gewaltig.

Die Bildwelten und Kämpfe, die Welt der Planeten und Raumschrottschiffe und überhaupt das DC-Universum kommen souverän und routiniert in Szene gesetzt daher.

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