Werbesendundung für Markus Streinz
Der Titel dieser Sendung von Caroline Hofmann unter redaktioneller Verantwortung der Zwangsgebührentreuhänder Daniel Schwenk und Nicoletta Renz ist selbst eine Irreführung. Sie untersucht nicht das Phänomen Coaching als solches. Sie wägt auch nicht ab ein Dafür und ein Dawider. Sie findet auch keine Beispiele von positivem Coaching. Sie arbeitet sich simpel ab am Guru Markus Streinz aus Östereich, auf den offenbar viel Menschen reingefallen sind und teuer dafür bezahlt haben.
Diese Sendung hat weniger mit Investigativ-Journalismus zu tun, wie sie den Eindruck zu erwecken versucht, sie ist vielmehr ein Bashing-Konglomerat von Opfern, die sekundiert werden von aller Art von Fachleuten, die als Talking-Heads mannigfache Vermutungen dafür absondern, warum diese Leute sich haben neppen lassen. Wobei das Thema Leichtgläubigkeit und warum der Guru es möglicherweise leicht hat, ausgespart bleibt.
Unten links am Bildrand taucht als Qualitätssiegel das Markerl „ARD Wissen“ auf. Was wissen wir nach der Sendung mehr? Sei vorsichtig, wenn Du einen Guru buchst. Sei vorsichtig mit Schwätzern. Sei vorsichtig, wenn Du vorgeblich für Glück Geld ausgibst. Banalitäten, die man aus der Sendung ziehen kann.
Es gibt aktuell einen interessanten Film im Kino mit dem Titel Manipulation. Der versucht an einem Modell und ganz ohne Bösewicht in der realen Gesellschaft, auf den man eindreschen kann, ohne dass er selbst zu Wort sich meldet, Mechanismen der Manipulation freizulegen.
Man könnte jetzt noch die Minuten zählen, in denen Markus Streinz mit Eigenwerbung vertreten ist. Building of a Bösewicht. Die Öffentlich-Rechtlichen täten besser daran, mal haargenau nachzuvollziehen zu versuchen, wie Menschen zu Parteien driften, die die demokratische Grundverfassung in Frage stellen; wieso sie sich von diesen verführen lassen.
So viel müssten die Medienmenschen vom BR ja wissen, dass Fernsehpräsenz allein zählt, dass die Leute nachher nur noch wissen, den haben wir am Fernsehen gesehen, also den Markus Streinz, und dass sie nachher überhaupt nicht mehr wissen, ob gut ob böse. Der Markus Streinz aber ist ihnen nach so einer Sendung ein Begriff: bekannt aus dem Fernsehen. TV-Präsenz schafft Bekanntheit. Die Sendung trägt zur Vermehrung der Bekanntheit von Markus Strenz bei. Also scheinen auch die Verantwortlichen für diese Sendung mit einer gewissen Naivität ausgestattet, die wiederum bei vielen die Voraussetzung ist, um auf Bauernfänger reinzufallen. So ein Format gab es einmal: „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. In meiner Erinnerung haben die mehr prinzipiell Betrugsmaschen offengelegt, als dass sie auf einzelne Betrüger losgegangen sind wie hier.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.
Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.