Gorgonà

Dystopische Welt aus Geschlechterklischees

Wie eine Mischung aus Spartanern und Amazonen sieht die mythologisch aufgepeppte Welt aus, die Evi Kalogiropoulou, die mit Louzise Groult auch das Drehbuch geschrieben hat, entwirft.

Es ist ein Kleinstaat, der Öl hat und sonst nichts, sieht aus wie eine griechische Insel, gesprochen wird griechisch, oft recht theatralisch. Die Insel tauscht Öl gegen Frauen und Viktualien. Die Frauen als willige Ware und Objekt.

Die Männer sind kämpferisch-muskulöse Machos. Sie gebärden sich wie die Affen, trommeln auf die Brust und stoßen Urlaute aus. Sie trainieren Krieg. Es gibt den Kampf um seine Nachfolge, den der Chef anheizt. Er schreckt nicht davor zurück, einen seiner Kämpfer brutal niederzuschießen.

Die Frauen sind hergerichtet wie die reinen Klisches aus Herrenmagazinen, auf sexy gestylt und gucken meist wild entschlossen wie die Amazonen. Sie üben sich im Schießen, fahren Motorrad, können sich aber auch nahe kommen wie Lesben oder studieren gar im Bordell das Kapital von Karl Marx.

Frauen diskutieren, ob sie besser Männer abfackeln, bevor diese sie töten. Es ist eine entindividualisierte Welt, die dieser Film entwirft. Es ist eine Welt ohne Zwischentöne und der Chef holt sich in der Luxusbadewanne einen runter.

Ab und an wird ein schönes Lied gesungen.

Der Titel kommt immer dann zum Tragen, wenn Maria diesen Blick losschießt, der an die Gorgonen des griechen Mythos erinnert. Hier fallen die Männer um, bekommen Zitteranfälle. Maria gibt sich nicht damit zufrieden, für einen Kanister Benzin verkauft worden zu sein und nach Gebrauch im Pariastaat für einen weiteren Kanister Benzin wieder verkauft zu werden, sie will verändern, sich an die Spitze kämpfen. Sie verfügt über die gorgonischen Kräfte.

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