Kommunist

So wie die Welt ist, kann sie nicht bleiben,

das sagt Egon Krenz in einem der Gespräche mit dem Dokumentaristen Lutz Pehnert, die dieser in dessen bescheidenen Gartenhaus an der Ostsee geführt hat.

Die Gespräche über das Leben des Protagonisten sind die Grundlage dieses Biopics über einen Vollblutpolitiker, der bis heute seinen Idealismus nicht aufgegeben hat, wie das obige Zitat zeigt, dem er hinzufügt, dass er Kommunist sei. Er fragt sich bis heute, warum der Sozialismus gescheitert ist.

Egon Krenz hat in der DDR eine rasante Karriere hingelegt, wurde sehr jung in den Staatsrat gewählt, der aus lauter 20 Jahre älteren Herren bestand, die mal Revolutionäre gewesen sind.

Aber er war auch an verantwortlicher Position eines Systems, das sich immer mehr zum Unrechtssystem entwickelt hat. Die Stasi und was er darüber wusste, kommt in dem Gespräch nicht vor. Den Mauerbau tut er mit der Bemerkung ab, dass sonst die Leute weggelaufen wären.

Der Film ist unterfüttert mit historischem Footage und wirft einen spannenden Blick auf die Geschichte der DDR. Er zeigt aber auch, dass es Egon Krenz zu verdanken ist, dass die Wende und die Auflösung der DDR, der Mauerfall unblutig passiert sind; was als eine historische Sensation speziell in Deutschland nicht hoch genug bewertet werden kann.

Egon Krenz wurde für seine Mitverantwortung in der DDR wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Es wird im Film die Frage aufgeworfen, wieso denn niemand Honecker über mögliche Wahlfälschung und über den realen Zustand im Lande informiert habe. Sicher wäre es spannend, weiterzufragen, wie denn diese Entwicklung vom Idealismus zur Diktatur möglich wurde. Da scheinen viele Faktoren mitgespielt zu haben, die im Einzelnen zu analysieren vieler Detailanlysen bedürften.

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