Nische in der Hochkultur
Innerhalb der Gesellschaft nimmt die musikalische Hochkultur eine Nische ein. Es gibt Angaben, dass nur zwischen drei und maximal zwölf Prozent der Bevölkerung regelmäßig Symphoniekonzerte besuchen, das glaubt jedenfalls die KI zu wissen.
Innerhalb dieser elitären Nische hat das Ensemble Modern seine eigene Nische gefunden und diese über vier Jahrzehnte, seit 1981, kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt.
Die klassisch gebildeten 18 Musiker sind ihre eigenen Gesellschafter und fokussieren ihre Arbeit auf die „Neue Musik“, innerhalb des Musikmarktes eine Nische. Umso interessanter, was die alles ausprobieren. Allerdings ist herauszuhören, dass das Nischendasein nicht total befriedigend sei, man sieht ein Problem darin, immer wieder sein Publikum zu finden und auch der Wunsch nach mehr Sicherheit wird artikuliert.
Das Ensemble hat sich weltweit etabliert, hat mit berühmten Musikern und Komponisten gearbeitet. Ein Schwerpunkt ist das Finden neuer Talente mit Wettbewerben und Seminaren für junge Komponisten und Dirigenten in gegenseitiger Befruchtung. Auch daraus gibt es ansprechendes Bildmaterial für den Kulturneugierigen in dieser gediegenen Präsentation der Institution durch Thorsten Schütte.
Es gibt schöne Detailimpressionen, Proben, Gespräche, Ausschnitte aus Aufführungen und immer wieder Talking Heads, die Infos aus dem Innenleben des Ensembles preisgeben.
Als ein Storyfaden dient die Arbeit an einer Uraufführung mit dem Titel „Melencolia“ von einer Brigitta Muntendorf, inspiriert durch einen Dürer-Holzschnitt, Premiere bei den Bregenzer Festspielen, einer wilden Installation aus Video, Performance und Musik. Der Bezug zum Dürerbild liegt allerdings nicht mehr unbedingt auf der Hand.