Das Monster Groth
hört sich nicht zufälligerweise wie das englische Wort für Wachstum an, growth, es ist das Symbol, das Monstersymbol, für jenes Wachstum, das droht, den Planeten zu verschlingen.
Damon Gameau (Voll verzuckert, 2040 – Wir retten die Welt)
der mit Mimmi James Wright auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählt die Geschichte von diesem Monster, den acht aus tausend ausgewählten, wachen Kindern zwischen 11 und 16 Jahren, wie sie in einem schönen Ami-Schulbus durch Europa touren.
Beim Drehen – das Geheimnis lüftet der Abspann – steht Damon auf einer Leiter auf einem Feld, heftig gestikulierend die Geschichte die Geschichte erzählend; die Kinder folgen ihm gebannt vom Bus aus. Die Kamera ist auf die Kinder gerichtet. Die Postproduktion hat am Computer das Monster eindrücklich generiert. Wie gut Damon das erzählt, ist den Kinderaugen anzusehen. Seine Idee war es, mit Karla, Clemence, Hiva, Aurvi, Joaquin, Skye, Ruby und Joseph einen Zukunftsrat zu bilden, damit auch sie und ihre Generation noch eine Zukunft haben.
Eine Station ist das Pachalab in Belgien; hier können die Kinder selber den Unterschied der Krume zwischen industrieller und nachhaltiger Landwirtschaft feststellen oder den eklatanten Temperaturunterschied messen am Boden eines industriell bewirtschafteten Weizenfeldes und eines nachhaltigen (gewaltige zehn Grad Celsius!).
Der junge Zukunftrat sucht Kontakt zu Firmen und Playern, die bedeutsamer Teil sind des Monsters mit all seinen Auswüchsen, Umweltverschmutzung, CO2-Ausstoß, Plastikmüll allüberall. Nicht alle sind angetan. Bei Coca-Cola und Pepsi hagelt es Absagen. Bei Nestlé ist man inzwischen weiter und hat ein offenes Ohr, weist aber auch auf Sachzwänge hin. Auch bei der ING-Bank zeigt man sich interessiert und lässt sich auf ein Gespräch ein. Beim Sportartikelhändler Decathlon sprudeln die Vorschläge der Kinder und die Sprecherin kriegt sich kaum mehr ein, so begeistert ist sie; gute Ideen sind immer gesucht und manche dürften sogar umgesetzt werden.
Die Kinder sind zum Teil selber Aktivisten; sie haben ein ausgesprochenes Bewusstsein für die Umweltprobleme, die Groth schafft und sie wissen, dass die Menschheit diese in Griff bekommen muss, wenn sie eine Zukunft haben will.
Angesichts dessen, dass in Deutschland Politiker nicht mal dazu zu bringen sind, auf Autobahnen ein Tempolimit einzuführen, dass sie sogar versuchen, Umweltstandards für die Automobilindustrie wieder zu senken, dass sie den Verbrennermotor verlängern wollen, sind solche Appellativfilme leider immer noch dringend nötig. Beim Australier Damon Gameau sind zudem unterhaltsam – und für Kinder bestimmt anregend. (Future Council)