Selfie mit Schweinen
Kein Selfie mit Pope
Die Bilder aus dem Vatikan, auf denen Dr. Eckart von Hirschhausen das musterschülerhafte Fotoalbum zu seiner bestimmt nicht emmissionsarmen Reise auf den Spuren der Enzyklika Laudato Si vom argentinischen Papst Franziskus dessen amerikanischen Nachfolger überreicht, stammen vom Vatikan, der die Herrschaft über die Audienz-Bilder beansprucht.
Auch haben der BR und sein Protagonist vom Timing her Pech gehabt, als ausgerechnet heute jener Papst, der hier (inquisitorisch?) unter die Lupe genommen werden sollte hinsichtlich seines grünen Gewissens, eine womöglich viel brisantere Enzyklika veröffentlicht hat zum Thema KI.
Allzu begeistert zeigt sich Papst Leo nicht vom Poesiealbum von Dr. Eckart von Hirschhausen. Die Schweine auf einem Hof in Norddeutschland, teils Pachtland von der katholischen Kirche, zeigen sich aufgeräumter, deutlich interessierter und sind gegen ein Selfie nicht abgeneigt.
Immerhin hat die Weltreise von Dr. Eckart von Hirschhausen ein Motto. Über den Schutz des Planeten lässt sich wunderbar reden und vor allem lassen sich Reisen so noch guten Gewissens machen, sei es in die Philippinen zu Naturkatastrophen (hier taucht der Ökoreisende selbst im Bild nicht auf) oder zur Klimakonferenz in Brasilien. Vor allem verpflichtet so ein nettes Palaver mit netten Leuten zu rein gar nichts.
Moral- und Klimaapostel haben es gut heutzutage. Sie stehen auf der richtigen Seite der Geschichte, eh klar, und dürfen ohne schlechtes Gewissen emissionsreich reisen. Aber warum sie immer im Bild sein müssen, das will nicht so recht einleuchten. Sieht nicht darnach aus, als ob auf diese Weise etwas geändert werden würde.
Man könnte das Reisen reduzieren, vor der Haustür, bei den eigenen Politikern anfangen, in Bayern, in Berlin. Die sind doch gerade dabei, den Klimaschutz sträflich aufzuweichen, mit Subventionen den Benzinverbrauch und damit den Ausstoß von CO2 anzukurbeln, statt zum Sparen aufzurufen, dito mit dem Fliegen. Aber mit denen ist nicht so gut reden wie mit Klimaaktivisten, fortschrittlichen Landwirten, evangelischen Pfarrerinnen, einem katholischen Bischof auf den Philippinen oder ungemein wichtigen Klimaforschern.
Nicht ganz so peinlich ist diese Sendung mit dem Wohllaut des Schutzes des Planeten wie kürzlich Holy Mary – Wer glaubt an Marienerscheinungen. Aber auch nicht wirksamer als ein routiniert heruntergebeteter Rosenkranz zur Besänftigung des kirchlichen Publikums.
Redaktion pqpp2: Anja Buwert, Capar Fischer
Redaktion BR: Elisabeth Möst
Buch und Regie: Boris Quatram
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.