Niedlich-Science-Fiction
Das Zentrum dieses Filmes in der Regie von Jon Favreau, der mit Dave Filoni und Noah Kloor laut IMDb auch das Drehbuch geschrieben hat, sind, wie der Titel sagt, der Mandalorian (Pedro Pascal; überwiegend ein Held mit Visier unten; nur kurze Zeit mit Gesicht) und sein Schoßhündchen Grogu oder wie auch immer, sein Nippes, sein Begleitfigürchen, das ihm zwar mal hilft, ihn aus der Patsche holt oder ihn pflegt.
Eine Beziehung auf Augenhöhe ist zwischen zwei solchen Figuren nicht möglich, also auch kein Konflikt und also auch keine Spannungserzeugung.
Die beiden gehen wir einsten Herkules in der griechischen Sage, durch eine Menge kaum lösbarer Aufgaben, die sie letztlich mit Bravour und manchmal auch mit Verletzungen absolvieren werden.
Colonel Ward (Sigourney Weaver) von der New Republik schickt sie los, den verschwundenen Rotta zu finden und nach Hause zu bringen. Eine Abenteuerreise. Allerdings wissen sie wenig über Rotta, weder wie er ausschaut, noch wo er genau verschwunden ist und wer ihn verschleppt hat. Einzig, dass er auf Shakari zu finden sei. Dort sieht es aus wie in einem chinesischen Viertel einer amerikanischen Millionenstadt.
Das Kreativteam des Filmes hat in sauberer Routine gearbeitet und eine Wimmelwelt voller Fantasiefiguren geschaffen, wie sie in einem reichen Kinderzimmer zu finden sein könnten. Manche erinnern an große Kunst eines Giacometti beispielsweise. Das können sie die Amis.
Auf Shakari ist der erste Ansprchepartner für Mandalorian und sein Grogu eine Art vierarmiges Imibissbudenbetreiber-Äffchen, das geschickt das Bestechungsgeld für Auskünfte in die Höhe zu treiben weiß.
Rotta, den sie suchen, ist ein animiertes Viech mit Ansätzen eines Wallrosses. Er wird als Kämpfer in der Art der altrömischen Gladiatoren gehalten. Ihm steht noch ein Kampf bevor, dann würde er in die Freiheit entlassen, wird ihm vorgegaukelt. Davon träumt er, nicht aber davon, den Thron, der ihm erblicherweise zustünde, zu besteigen.
In der Arena wird es die nach dem Vorspann ersten heftigen Kämpfe unseres Helden gegen allerlei Kreaturen und Monster geben. Und so weiter und so fort.
Der Held wird gekidnappt. Sein Schoßhündchen, es von dieser Art animierter Niedlich-Figürchen, die unweigerlich einen Empathieeffekt im Zuschauer auslösen, wird ihn retten und so weiter und so fort.
Einmal schläft der Film fast ein an seiner eigenen Lauschigkeit. Da liegt Mandalorian wegen einer Vergiftung bewusstlos im Wald. Sein Schoßhündchen hat ihn gut versteckt und entdeckt, Gartenzwergidylle pur, eine spitzwegwürdige Fantasiefigur von Fischer in einer romantischen Hütte am See; hinter seinem Schaukelstuhl gibt’s Steckerlfisch.
Der Film wildert auch bei den Minons. Vier quirlige Gnomenfigürchen sind Raumschiffmonteure. Und werden auf ihre Art den Helden und seinen Grogu unterstützen. Und wenn der Held genügend Gegner niedergestreckt und besiegt hat, dann darf er in die New Republic zurückkehren und der nicht überforderte noch übersättigte Zuschauer nach Hause.