Eagles of the Republic

Ägypten ist eine brutale Diktatur,

das und nichts anderes erzählt Tarik Saleh (Die Kairo-Verschwörung, Die Nile-Hilton-Affäre) mit seinen Filmen. Aber eben nicht mit moralischem Bedröppeleffekt, nicht als Themenfilm, sondern mit meisterlich beherrschtem, konventionellem Filmstudiohandwerk.

Der fantastische, charakterstarke Fares Fares spielt wieder die Hauptrolle. Er ist der ägyptische Filmstar George Fahmy, der als der Pharao des ägyptischen Kinos apostrophiert wird. Er ist ein Lebemensch, ist getrennt von seiner Frau und mit einer jungen Schauspielerin zusammen, die seine Tochter sein könnte, das enspricht so gar nicht den Idealen gewisser muslimischer Kreise, außerdem ist er Kopte, einer in Ägypten diskriminierten und unterdrückten christlichen Minderheit. Das wird nicht als solches thematisiert.

Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängerfilmen, die wir hier sehen konnten, fängt dieser Film in den ruhigen Gewässern eines Kammerspiels an. Von der in den zwei anderen Filmen vermittelten, hektischen Vibration der Millionenmetropole ist wenig zu spüren. Man lebt im Luxus, abgehoben von den Massen oder in der abgeschotteten Welt eines Filmstudios.

Fahmy soll die Hauptrolle in einem staatlichen Propagandafilm übernehmen. Dagegen sträubt sich in ihm alles. Aber der Staat verfügt über die Mittel der Repression. Allein, dem Schauspieler ins Ohr zu träufeln, dass sein Sohn, der an der amerikanischen Universität studiere, in Gefahr kommen könne, reicht aus, ihn gefügig zu machen.

Die Atmosphäre wird zusehends angespannter. Am Set in den ‚Unlimited Media Studios‘ sitzt die dubiose Figur Dr. Mansour (Amr Waked) – und greift ein, wenn die Propaganda droht, in Schieflage zu geraten.

Bei einem exklusiven Essen im Kreise der ‚Eagles‘ lernt Fahmy die Frau eines Ministers kennen, Suzanne (Zineb Triki). Die denkt so gar nicht moralisch im religiösen Sinne, ist hoch gebildet, korrigiert in der Runde keck die propagandistische, historische Lüge, dass Shakespeare Araber gewesen sei.

Es funkt zwischen Suzanne und George. Es kommt zu diskreten Treffen im Ramses Hilton; so diskret sie sein mögen, geheim bleiben sie nicht. Aber verbotene Früchte haben ihren unwiderstehlichen Reiz.

Der Geheimdienst weiß alles. Somit hat er weiteres Erpressungspotential, so weit, dass Fahmy entgegen seiner tiefsten Überzeugung dazu gebracht wird, bei einer Militärparade eine Lobrede auf den Präsidenten Asisi, wie er auch im Film heißt, zu halten. Dann legt Tarik Saleh wie im Wildwesten aus dem Knie geschossen eine thrillerhafte Eskalation an.

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