The Cowboy

Chronologie eines Heranwachsens

Hier dokumentiert André Hörmann das Heranwachsen von Crowley McCuistion.

Es ist eine Langzeitdokumentation über zehn Jahre, beginnend in 2015, da ist Crowely ein hoffnungsvoller Cowboy-Bub, elf Jahre alt, „mitten im Nirgendwo“ und „frei“ in Olney Springs, Colorado. Hier lebt er mit seinem Vater, seiner Mutter, einem acht Jahre älteren Bruder und einer Schwester.

Es ist eine Kindheit nicht mit Spielen. Der Junge arbeitet selbstverständlich mit mit den Pferden, lernt vom Vater täglich neue Dinge. Er sei mit drei Monaten das erste Mal auf einem Pferd gesessen. Mit elf Jahren sieht er aus wie ein Cowboy, trägt den entsprechenden Hut, die bunten Hemden, die ihn weiterhin begleiten werden.

Crowleys Traum: er möchte ein Rodeo-Reiter werden und berühmt. Später hofft er, die Farm von seinem Großvater zu erben.

Der Dokumentarist schaut ab da in Sprüngen von ein, zwei Jahren vorbei je zu verschiedenen Jahreszeiten. Gegen Ende hin werden die Besuche häufiger. Vermutlich ging es darum, Material zu beschaffen, das dem Film ein irgendwie rundes Ende geben würde. So ist es denn auch gekommen.

Wer keine Spoiler mag, darf hier nicht weiter lesen, der soll sich offen halten, wie sich dieses Leben entwickelt, wie aus dem Buben ein Mann wird und wie er sein Leben gestaltet.

Das Cowboyleben selber ist außer als Rodeo-Reiter wirtschaftlich nicht allzu einträglich. Zuhause hungern sie zwar nicht, aber ab und an können sie Strom- oder Fernsehrechnungen nicht zahlen. Da improvisiert man.

Im Hintergrund spielt über TV oder Wahlplakate die politische Situation peripher in den Film hinein. Es gibt Bilder von Obama, Werbesprüche für Trump, Diskussionen um Biden. Sonst hält sich der Film aus dem Politischen heraus.

Das Leben von Crowley verläuft anders, als er es sich erträumt hat. Sein älterer Bruder kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Die Familie tut sich schwer mit der Trauer. Man lerne nicht, mit seinen Gefühlen umzugehen. Der Vater wird zum Trinker. Die Eltern trennen sich. Crowley wird bei einem Rodeo verletzt. Die Familie kann den Tod des ältesten Sohnes nicht verkraften; er war der Hoffnungsträger des Vaters.

Es setzt ein Hin und Her ein. Die Kinder mal da, mal dort. Crawley macht sich, sobald er kann, selbständig. Das Reiten ist nicht lukrativ genug. Er möchte seine Rechnungen bezahlen, macht Hilfsjobs. Es scheint ein Leben mit wenig Ziel, außer das Geld für den Lebensunterhalt zusammenzubekommen.

Eine Freundin gibt es eine Weile. Aber die Vorstellungen vom Leben sind zu unterschiedlich. Mal wohnt Crawley weit weg, dann wieder beim Vater. Die Mutter findet Halt in einer kirchlichen Frauengruppe. Hier verweilt der Dokumentarfilm ausgiebig und wirft einen Blick in ein Stück Sozialstruktur außerhalb der Familie.

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