Ninxs – Das Leben glitzert

Ein Stück gemeinsamen Lebensweges

Das ist sicher nicht die schlechteste Idee, Dokumentation als ein Stück gemeinsamen Lebensweges zu begreifen und das selbst im Film wiederum zu reflektieren.

Kani Lapuerta fragt Karla, wie sie sieben ist, ob sie damit einverstanden sei, ihr Leben über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera zu begleiten. Das besondere Augenmerk gilt der Tatsache, dass Karla im Körper eines Jungen geboren ist, sich aber sehr früh schon als dem weiblichen Geschlechte zugehörig empfindet.

Auch Karlas Eltern machen mit bei der Dokumentation. Es sind Hippies, Mutter war in der Jugend sogar Hausbesetzerin. Die Familie lebt im Smog von Mexiko City. Da Karla deswegen von Asthma geplagt wird, zieht die Familie nach Tepoztlán. Für das Heranwachsen als Transmensch nicht das Paradies, was sich Karla erhofft hat, im Gegenteil, speziell während der Pubertät ist es die Hölle, die ständigen Bemerkungen.

Da Karla aber keinen leidgeprägten Film machen möchte, sondern einen mit Humor, das zeigt eine kleine Rahmenhandlung mit ihr als Chirurgin bei einer Mastektomie, hat sie die Superkräfte der Dissoziation entwickelt.

Der Film wirkt spontan, spontaneistisch, auch wenn oft klar ist, dass man sich für Szenen ein Thema vorgenommen hat, zum Beispiel über Ängste zu reden.

Der Film ist aber auch gerne beim Kochen und Essen dabei oder mit ihrem Freund Oliver. Der Film spielt mit dem Medium des Filmes, was den Eindruck der kindlichen Freude am Erzählen und der Absicht der Leichtigkeit und des Verzichts auf Leidensmitteilung noch verstärkt.

Immerhin ist Karla jetzt Protagonistin in einem Film, und keine schlechte, keine uninteressante, wenn auch sonst noch vieles offen ist, aber der Traum von der Majorette, den kann sie sich erfüllen.

Dieser Film zum Trans-Thema hat fast noch mehr Leichtigkeit als der kürzliche Denn dieses Leben lebst nur du!; vielleicht ist es der mentale Unterschied zwischen einer schwäbischen Leichtigkeit und einer mexikanischen.

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