LOL 2.0

Massiv desktopaufgepeppt

serviert Lisa Azuelos, die mit Thais Alessandrin und Frédéric Da auch das Drehbuch geschrieben hat, in diesem zweiten LOL-Film das alte Spiel der Geschlechter, wer mit wem, ob Elterngeneration oder Nachwuchs.

„Massiv aufgepeppt“ meint die kinematographische Erzählweise, die mit Überlappungen arbeitet, mit jeder Menge Chat- und SMS-Unterhaltungen, die parallel zum gesprochenem Dialog auf die Leinwand gebracht werden, auch überlappen sich gesprochene Texte.

Es ist ein Film, der sich direkt heranschmeißt an die Sturm- und Dranggeneration, die noch nicht definitiv ihr Nest gebaut hat.

Aber auch für die Menopausen-Generation ist was drin. Die wird zentral verkörpert von Sophie Marceau als Architektin Anne, die am Arbeitsplatz eine Erniedrigung erleben muss. Bei ihr zuhause taucht plötzlich Tochter Louise (Thais Alessandrin) auf, schwanger dazu, die von ihrem Freund rausgeworfen worden ist.

Es ist ein Beziehungskistenfilm mit verwirrend viel Personal und jeder und jede und alle wollen geliebt und am liebsten auch besessen sein, im Besitzsinne.

Es ist ein besinnungsloses Hin und Her garniert mit einer Überdosis an Feelgoodbildern und -musik.

Dazwischen kristallisiert sich eine neue Beziehung heraus. Die von Louise zum Uber-Typen, der ihr im Café begegnet, wo sie arbeiten will, da ihre Mutter Miete verlangt. Und just ihr Zimmer hat sie umgeräumt, nicht das von der Schwester, die weit weg ist.

Die Mutter selber lernt den Hundespaziergänger kennen. Auch hier knistert es vom ersten Moment an; die Fortsetzung lässt nicht lange auf sich warten. Personenkuddelmuddel. Einer aus der jungen Clique ist gelähmt nach einem Sturz für ein Internetvideo und sein Freund, der ihn liebevoll betreut erhält die Zusage zur Filmschule in London.

Im Hinblick auf einen End- und Schlusspunkt bedient sich der Film des dramaturgischen Mittels eines Konzerts, das die Akteure in Minne zusammenführt. Zwischendrin spielt eine Pokerrunde eine Rolle (so eine, ebenso sinnfrei, haben wir doch gerade im ebenfalls heute startenden Ein Münchner im Himmel gehabt?)

Der Film erinnert in seiner Machart an modisches Gebäck, das affig aufgemotzt Cookie Couture oder Cinamood heißt: Altbewährt-Traditionelles mit überteuert überzuckertem Schnick-Schnack drapiert. Modekonditorei-Kino.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert