East of Wall

Inspired by real people

Das macht diesen Film von Kate Beecroft vielleicht so physisch, so sinnlich, so fleischlich, so lebensnah, dass er sich hat von realen Menschen und Menschenverhältnissen inspirieren lassen, auch wenn die Geschichte fiktionalisiert wurde.

Geschichte wiederum ist nicht der vollumfänglich zutreffende Ausdruck, eher handelt es sich um eine Milieuschilderung mit melodramatischen Einschlägen, die ganz unspektakulär von einer Emanzipation berichtet.

Erst mal ist es angenehm, sich für die Zeitspanne eines Kinofilmes von der düsteren Weltpolitik abzuwenden, einzutauchen in das Leben auf der Farm von Tabatha (Tabatha Zimiga) im Wilden Westen. Sie scheint die Verbindung zum Dokumentarischen herzustellen, da hier Rollen- und fiktionaler Name identisch sind. Ebenso derjenige ihrer Tochter Porshia. Beider Familiennamen ist Zimiga. Wunderbare Darstellerinnen allemal!

Die Oma Tracey (Jennifer Ehle) lebt auf der Farm, wie auch der Bruder von Tabatha, Clay (Clay Paeneaude). Vater John hat sich vor etwas über einem Jahr erschossen. Ein Schock für die Farm. Seither schmeißt Tabatha den Laden mehr schlecht als recht. Sie hat ein halbes Dutzend Jugendliche auf der Farm aufgenommen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und hier mit Regeln heranwachsen sollen.

In der Männerdomäne des Pferdehandels nimmt niemand eine Frau ernst. Tabathas Pferde erzielen Preise weit unter Marktwert, egal wie toll ihre Kids sie bei den Auktionen vorführen. Als Retter der Farm bietet sich der reiche Roy Waters (Scoot McNairy). Der mag ein geschickter Geschäftsmann sein, nicht unbedingt ehrenhaft. Er sieht die Qualität der Pferde und das Pferdemanagement von Tabatha und ihren Leuten. Er will die Farm kaufen und ihr dafür helfen, die Pferde zu einem angemessenen Preis auf den Markt zu bringen.

Das stellt Tabatha vor ein Dilemma, denn die Farm ist ihr Leben, auch das der Jugendlichen, hier liegt ihr Mann begraben; dieser hat die Farm an den jüngsten, erst zwei Jahre alten Sproß der Familie vererbt. Tabatha wird eine Lösung finden, denn auf den Kopf ist sie nicht gefallen. Der Film beeindruckt nicht nur mit Wild-West-Bildern at its best, er nimmt sich Zeit, in die Schicksale der Menschen auf der Farm hineinzuleuchten.

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