Wacken – Hearts Full of Metal

In fernsehgediegenen 87 Minuten versucht Cordula Kablitz-Post gleich mehreres.

Sie wirft flüchtige Blicke zurück auf die Geschichte dieses inzwischen weltbekannten Heavy-Metal-Festivals, irgendwo auf der Kuhweide in Schleswig-Holstein.

Vom Festival selbst gab den stärkeren Eindruck der Film Wacken 3 D. Da blieb man nicht verschont vom Wackenerlebnis.

Die Dokumentaristin will mehr – dadurch geht just dieses Wacken-Feeling verloren. Sie ist die zehn Tage vor dem Festival vor Ort und gibt aus diesem Zeitraum Eindrücke wieder. Aber auch die sind mehr fragmentarisch und nicht in der Art einer genauen Erzählung, was noch gemacht werden müsse, was noch fehlt, wo es organistorisch noch zu tun gibt, wo es wackelt in Wacken.

Dann schneidet die Dokumentaristin Talking Heads dazwischen. Vor allem die beiden Gründer erzählen, wie sie aus dem Nichts heraus diese Idee hatten, von ersten Flops und wie es sich stetig weiterentwickelt habe, auch Musiker kommen zu Wort.

Der Film gibt auch einen Eindruck von der Heavy-Metal-Szene mittels Clips von Auftritten bekannter Bands des Genres. Es dürfte sich um einen Film vor allem für Insider und Fans handeln.

Außen vor bleibt das Organisatorisch-Wirtschaftliche. Einmal wird der Einstieg eines Investors angetippt, das wars dann auch.

Der Film macht einen Ausflug nach L.A., wozu bleibt schleierhaft, weil er ja sonst die beiden Manager auf keiner ihren erwähnten Reisen zu Konzerten begleitet, was Teil der Vorbereitung des Festivals ist.

Hervorgehoben behandelt wird ein Heavy-Metal-Musiker, der inzwischen gestorben ist und dem ein mannshohes Denkmal errichtet worden ist. Und es gibt eine Reminiszenz an 2023, als das Festival im Wassermassen unterzugehen drohte. Demgegenüber hat der Kinozuschauer den Vorteil, trockenen Fußes davonzukommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert