Actor act!,
das ist der schelmische Einwurf von der Seitenlinie auf dieses Machtspielepos mit allen Zutaten großer Klassik, großen Dramas, staatstheaterlicher Diktion und Schauspielerei in der modernen Erscheinungsform des Videospieles.
Der Schauspieler, der spielen soll, ist der Actionfilm- und Hollywoodstar Johnny Cage (Karl Urban). Er hat seine beste Zeit hinter sich. Auf einer Game-Messe hockt er mutterseelenallein hinter seinem Stand mit den Videos und Merchandising-Angeboten, kein Schwein, kein Kunde interessiert sich für ihn.
Wie Cage sich aus der Tiefgarage der Messe von dannen machen möchte, tauchen zwei Gestalten auf, die ihn in ein ganz großes Game hineinziehen wollen, dessen Detailorganisation sich mir nicht so genau erschließt. Wie er kapiert, dass es ein ernstes Spiel um Leben und Tod ist, wehrt er sich, er sei ja nur ein Schauspieler, er spiele das nur, worauf er im Film von Simon McQuoid regelmäßig zur Antwort bekommt, er, der Actor, solle spielen.
Dieses Spiel ist von archaischer Tragik. Ein kleines Mädchen bekommt mit, wie sein Vater bei einem Kampf gegen einen viel stärkeren Gegner getötet wird. Der Mörder ist nun ihr Vater. Damit sind hochdramatische, spätere Rache- und Vergeltungsaktionen angelegt.
Im großen Spiel geht es wie meist um Macht und um ein Amulett. Ein solches wurde dem kleinen Kind nach der Ermordung des Vaters ungehängt. Es würde sie beschützen, selbst wenn sie es verlöre, es komme darauf an, dass sie es im Kopf und im Herzen habe.
Der Film ist das Produkt einer hochentwickelten Kinomaschinerie, die den Umgang mit Effekten perfektioniert hat. Figuren lösen sich auf, landen in einem anderen Universum, in einem anderen Game. Es sind Maskeraden- und Kostümwelten, Stehparties und Personenarrangement wie in der großen Oper. Und die Szenen mit Text erinnern an Comics, als ob die Texte in den Luftblasen der statisch entworfenen Darsteller stünden. So geht nichts verloren. So entstehen keine unnötigen Trübungen des beinah mechanistischen Ablaufes der Herausforderungen, Überlebensstrategien und den Hinweisen, wie es weiterzugehen hat, der Vorbereitung neuer Kampfhandlungen, immer mit dem hehren Ziel der Freiheit.