Do You Love Me

Lob des Libanon

Wie will man als Dokumentaristin dem Libanon ein adäquates filmisches Kränzchen winden, außer mit einer rasanten Montage und Collage an Clips aus dem Zedernstaat am Mittelmeer im Nahen Osten?

Lana Daher, die mit Qutaiba Barhamji auch das Drehbuch geschrieben hat, muss Unmengen von Filmmaterial aus und über den Libanon der letzten Jahrzehnte gesichtet haben, Dokumentarfilme, Spielfilme, Homevideos und auch Familienalben, TV-Shows. Daraus hat sie eine chaotische Kompilation montiert – ohne Anspruch auf Systematik und Vollständigkeit -, was den Libanon seit den frühen 70ern durchgeschüttelt, durchgerüttelt und zerrüttet hat, ein schmerzhaftes Bild eines Landes, das bis dorthin als Schweiz des Nahen Ostens galt, als Sommerfrische der Saudis, als ein Treffpunkt des internationalen Jetsets.

Dann geriet das Land in die Mühlen des never-ending Nahostkonfliktes, der schon im Vorfeld der Gründung des Staates Israels begonnen hatte. So ist das Land, das früher als toleranter Hort für Religionen und Ethnien galt, der Zerstörung preisgegeben.

Die Menschen leben trotzdem. Nebst Bildern von Waffen, Militär, Explosionen, Kontrollpunkten, Ruinen gibt es auch die glücklichen, die Sommerbilder am Meer oder am Pool, die Feelgoodshows am Fernsehen, Hochzeiten oder das Handeln im Basar. Es wird gefeiert in den Ruinen, getanzt und gesungen.

Die Frage nach der Identität des Landes wird gestellt, die nach der Geschichte, nach dem kollektiven Gedächtnis.

Einige Reviews von stefe zu Filmen aus dem Libanon oder mit Libanon-Bezug:
Kash Kash,
Tel Aviv – Beirut
Good Bye and Hello, der Mann, der seine Haut verkaufte,
Taste of Cement,
Liebe Halal,
The Insult – L’insulte,
Go Home,
Zaytoun,
Wer weiß wohin,
Die Frau, die singt – Incendies.

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