Dramatischer
kann sich das ein Drehbuchautor kaum ausdenken, was sich im zweiten Fall dieser ersten Folge der zweiten Staffel an Ereignissen kumuliert.
Der erste Fall ist eine leicht verdauliche Einführung in das Thema Luftrettung mit dem Heli „Christopher Murnau“ mit der Grainauer Bergwacht. Passend, dass einer der Retter seinen ersten Heli-Einsatz hat, der das auch mit Bravour löst, aber auch mit der Erkenntnis, dass in der Theorie alles perfekt sei, aber in der Praxis ….
Es geht um zwei Bergsteiger, die sich unterhalb eines Gipfelkreuzes verstiegen haben und die ungesichert unter einem Felssprung nicht vorwärts und nicht rückwärts können. Eines der Hauptprobleme einer solchen Rettung ist der Downwash, der heftige Wirbel, den die Rotoren des Helikopters produzieren und der Lawinen oder Steinschlag auslösen oder gar die beiden zu Rettenden von ihrem minimen sicheren Standpunkt aus wegwehen könnte.
Der zweite Einsatz lässt sich, wie man eine gute Geschichte erzählt, recht gemütlich an. Drei Asiaten kommen am Rande eines Gletschers nicht weiter, einer ist leicht verletzt.
Beim Anflug des Christopher Murnau winken zwei Gestalten auf dem Gletscher zu. Die scheinen sich verstiegen zu haben, sind aber nicht diejenigen, die den Notruf ausgelöst haben. Am Rande des Gletschers finden die zwei Retter nicht nur die drei Asiaten, da haben sich noch mehrere Bergsteiger dazugesellt, die Heli-Rettung wünschen. Das bedeutet Pendelverkehr.
Das Wetter verschlechtert sich zusehends. Jetzt sieht man, wie einer der zwei Männer auf dem Gletscher ins Rutschen kommt und rutscht und rutscht. Er fällt in eine Gletscherspalte. Mag sein, dass diese Aktion indirekt durch die Retter ausgelöst wurde, weil sie vielleicht versucht haben, zu denen rüber zu gelangen. Das ist Spekulation des Zuschauers.
Der Abgerutschte ruft aus dem Spalt um Hilfe, er sei verletzt, das Bein schmerze. Nicht genug der Dramatik. Es fängt an zu hageln. Das Seil für den Retter, der zum Mann in der Gletscherspalte vordringen will, ist zu kurz. Es muss ein neues geordert werden. Die Lage spitzt sich zu, das Gewitter dreht auf, es entwickelt sich eine Dramatik zu einem einzigartigen Cliffhänger hin, mit dem die Folge aufhört.
Nicht nur, dass das Format eine große Glaubwürdigkeit hat durch die Head-Cams der Retter; auch ist die Bergsteigerei, gerade auch die leichtsinnige, ein boomender Sport. So entwickeln sich die Dinge. Die Retter perfektionieren sich, aber vielleicht, das könnte eine andere Wirkung von so einer Fernsehsendung sein, werden die Leute auch leichtsinniger, weil sie sehen, wenn es nicht weitergeht, sind die Supertypen von der Bergwacht zur Stelle (und vielleicht kommen wir dann sogar im Fernsehen).
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.