Tom & Jerry – Der goldene Kompass

Rummelplatzkino

Das ist wie hundert Minuten Rummelplatz: Dauerberieselung, Dauerattraktionen, Explosionen, Figurenvielfalt und Effekte. Wie Kinder das bewältigen und verdauen sollen, ist für mich schwer nachvollziehbar, gut, kommt aufs Alter drauf an und wie viel Medienkonsum, die gewöhnt sind, aber sonst heißt es, die Aufmerksamkeitsspanne eines Schulkindes liege bei einer Dreiviertelstunde.

So besehen eher ein Film für Größere. Denn die Animationen sind sehenswert, all die Formen und Farben, die Gestalten; der volle Dauerorchestersound macht die Angelegenheit kompakt. Und natürlich ist ein Storyminium da.

Der amerikanische Kater Tom und der Mäuserich Jerry geraten in diesem Film von Zhang Gang nach den Charakteren von William Hanna und Joseph Barbera in chinesische Kalamitäten.

Jerry will in China eine Ausstellung über den Astral Kompass anschauen. Türsteher Kater Tom will ihn nicht reinlassen. Aber Jerry ist schlau und schafft es trotzdem, Kater Tom kann sich das nicht bieten lassen und schon ist die Action, die pausenlose, ruhelose, ja explosive Action in Gang gesetzt, gibt es kein Halten mehr, schon sind sie mittendrin im Spiel um den Goldenen Kompass, der plötzlich vielseitig begehrt ist.

Erst hat der Kater ihn noch an einem Band um den Hals gehängt. Aber Meister Phoenix mit seinem Assistenten, der Henne, benötigen den Kompass dringend, weil der Meister im Himmel hat sie rausgeschmissen und sie können nur zurück, wenn sie den Kompass beibringen. Sie versuchen es mit einer Fälschung, das verfängt nicht.

So müssen sie sich notgedrungen mit Tom und Jerry anlegen und es wird noch komplizierter, weil noch ein weiterer Bösewicht hinterher ist, eine Art Kapitalist, der einen Industriebetrieb betreibt, dem die magischen Kräfte des goldenen Kompasses gigantische Energien verschaffen, wenn denn Jerry sich im Hamsterrade pausenlos bewegt.

Die Handlung hat sich da längst in die Goldene Stadt im Osten verlagert. Hier platzen Tom und Jerry in eine Aufführung der Peking-Oper hinein. Auch andere chinesische Elemente werden bemüht, ein fliegender Drache saust und rast seine verschlungenen Kreise und Achterbahnen. Es gibt eine Erinnerung an das Trojanische Pferde, ein schnaufendes, riesiges maschinelles Ungetüm nähert sich der Goldenen Stadt und Tom lässt es herein, was in dem enormen Figurenkosmos zu neuem Durcheinander und Auseinandersetzungen führt, was das Effektenkino zur Hochleistung anspornt.

Dann reicht es dem Meister im Himmel allerdings nicht, dass Phoenix den Goldenen Kompass zurückbringt, er soll auch noch Erleuchtung finden. Wie die genau zustande kommt, bleibt mir rätselhaft.

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