„Was ist unser Sport? – Langholztransport!“
Maibaumklau – das bayerische Brauchtum muss im Titel mit englischem Zusatz unbedingt verfremdet werden – ist eine robuste, bayerische Burschentradition.
Diese hat sich der Entertainment Konzern Endemolshine Germany geschnappt, um ihn tüchtig zu frisieren, zu deodorieren und in ein geruchloses Fernsehformat zu pressen, um damit ein paar Zwangsgebührenkröten vom Bayerischen Rundfunk abzugreifen.
Der BR wiederum fährt dafür Kohorten von mit Zwangsgebühren finanzierten Redakteuren auf. Sie greifen auf das altbewährte Mittel von den heimeligen Samstagabendshows von anno dunnemals zurück, den Challenges, wie es auf Neubayerisch heißt.
Gehirnkrampfig müssen solche Wettbewerbe erfunden, definiert, der Brauch wie einsten Prokrustes seinem Bett angepasst und in Regeln gegossen werden. Ein paar TV-geile Gaudi-Burschen lassen sich immer finden.
Wie das Fernsehen den Social Media hinterherhechelt, zeigt es damit, dass es auf „Creators“ aus dem Internet zurückgreift und die gleich die Chose mitdokumentieren und toll finden lässt. Vom Brauch bleibt nicht viel übrig.
Nie haben die Öffentlich-Rechtlichen ihre eigene Überflüssigkeit besser dokumentiert als mit solchen Sendungen. Kaum je dürften sie schlechteres Fernsehen gemacht haben. Kaum je dürften sie jenen mehr in die Hände gespielt haben, die die Abschaffung des ÖRR fordern als mit solch überflüssigen Formaten.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.