Mit Fantasie gegen Katastrophen
Mit Träumerei und Fantasie gegen die Katastrophen, die der Kapitalismus verursacht, das dürfte die charmante Message dieses Filmes von Ben Gregor nach dem Drehbuch von Simon Farnaby nach dem Roman von Enid Blyton sein.
Familie Thompson ist unter die Räder des Kapitalismus geraten, hat Haus und Job und alles verloren. Vater Tim (Andrew Garfield), ein sympathischer Träumer, und Mutter Polly (Claire Foy), ein praktisch veranlagtes, technisches Talent, haben für sich und ihre drei wundervollen Kinder für den Sommer ein Haus auf dem Land gemietet.
Auf den ersten Moment ist es, vor allem für die Kinder, eine Katastrophe, es gibt keinen Strom und auch kein Internet. Da stehen sie erst mal da. Überhaupt schaut die verlassene Scheune nicht gerade nach Wohnlichkeit aus, muss hergerichtet werden.
Töchterchen Fran (Billie Gadsdon) erscheint nachts die Fee Seidenhaar (Nikola Coughlan). Sie erzählt ihr, wie sie auf den Wunderweltenbaum gelangen könne. Am nächsten Tag schleicht sich Fran in den verbotenen Wald. Sie spricht vorm Baum die Formel, die ihr die Fee gesagt hat – und tatsächlich wird der Baum zum Wunderweltenbaum.
Fran kann diese Welt betreten. Sie trifft auf die fantasievollsten Figuren, das Mondgesicht (Nonso Anozie), auf den Pfannenmann (Dustin Demri-Burns), auf den, der seinen Namen vergesssen hat (Oliver Chris), sie tritt in eine Welt ein, die nur plaunzt vor Farben- und Formenfreudigkeit, vor überbordender Ausstattungsfreude, es ist eine opulente Sammelsuriumswelt.
Innerhalb dieser Wunderwelt betrifft sie die Süßigkeitenwelt. Was da alles ist, davon können die Product-Manager von Haribo oder deren Flagshipstore-Ausstatter nur träumen.
Am nächsten Tag nimmt Fran ihre beiden Geschwister mit. Da wird es mit dem Besuch der Geburtstagswelt abenteuerlicher, weil jedem, der eine Kerze ausbläst, ein Wunsch erfüllt wird. Wehe, wenn es ein dummer Wunsch ist. Aber auch da findet der Film selbstverständlich eine Lösung; das ist vielleicht gar das Charakteristikum von Wunderwelten, dass es keine unlösbaren Probleme gibt.
Derweil die Kinder sich in ihren Wunschwelten tummeln, fummelt der Vater am alten Traktor herum, versucht, in einem Treibhaus Tomaten anzupflanzen, damit er später damit das Geld für die Miete des Hauses aufbringen kann. Und es wird auch noch ein kleines Stück Familiengeschichte offenbar, so ganz ohne Bezug zum Wunderweltenbaum ist der Papa nicht. In Person der Oma (Jennifer Saunders) sneakt der Kapitalismus in diese Wunderwelt hinein.