Der Teufel trägt Prada 2

Mode, Biestigkeit und Atrocity,

das sind die Eigenschaften der Modebranche, die in diesem zweiten Prada-Teufel-Film verschärft zur Geltung kommen dank der Krise der Printmedien.

Just bei einer Preisverleihung für ihre journalistischen Aktivitäten erreicht Andy Sachs (Anne Hathaway) und Hunderte weiterer Redaktionsmitarbeiter die Nachricht von ihrer Kündigung per sms. So wird aus der Dankesrede spontan eine Wutrede. Die geht viral. Der Imageschaden für das Blatt Runaway von Miranda Priestly (Meryl Streep) ist immens.

Ein guter Freund von Miranda behauptet, das wieder einzurenken. Diese staunt nicht schlecht, wie er Andy hintenrum nicht nur wieder engagiert, sondern sogar befördert. Damit müssen die zwei Frauen, die sich nicht direkt wohlgesonnen sind, nun leben.

Das dritte Beast, das in diesem schillernden Modezoo mitmischt, ist Emily Charlton (Emily Blunt). Sie ist bei Dior. Runaway ist abhängig von den Anzeigen von Dior und Dior ist gerade dabei, einen Flagshipstore zu eröffnen und braucht dazu die nötige PR. Damit ist die Kampfarena der Biester eröffnet mit weiteren Nebenfiguren.

Meryl Streep hat ihre Figur zynischer gezeichnet, steht ihr gut, kälter und mit eingeübten, distanzierenden Gesten als im ersten Film. Allerdings kurz bevor sie ihren Haushofmeister Nigel (Stanley Tucci) damit betraut, eine wichtige Rede an ihrer Stelle zu halten, die eh er geschrieben hat, weil sie wegen einer dringenderen Angelegenheit verhindert ist, schimmert einen Moment lang die Streep durch, wie wir sie gewohnt sind. Sie selbst dürfte darauf bestanden haben, dass ihr auch weiche, menschliche Momente zugestanden werden, solche der Herzlichkeit, was der Angelegenheit einen weichen Drall ins Melodramatische gibt, ein Rückzieher von der These der Härte und Skrupellosigkeit der Branche.

Trotzdem macht es Laune, eine Garde von wunderbaren Schauspielern beim Ausspielen ihrer Trümpfe in chicen-luxuriöser Umgebung und in ständig wechselnden, eleganten Kostümen zuzuschauen. Der Film macht auch einen Ausflug in den Himmel der Modewelt, nach Milano und ist dort nicht kleinlich in der Auswahl von Locations und Hotels.

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