Himmel, Herrgott, Sakrament: Staffel 2, Folge 6 „Langsam aber sicher“ (BR, Freitag, 24. April 2026, 20.15 Uhr)

Es werde Licht!

Das ist vielleicht die symbolträchtigste Selbstauskunft dieses Fernsehproduktes. Die beiden Protagonisten Stephan Zinner, beim BR aktuell offenbar der angesagte Protagonist schlechthin, als gäbe es keine anderen bayerischen Mannsbuider, und Anne Schäfer sitzen nebeneinander nächtens auf dem Viktualienmarkt. Mangels natürlicher Lichtquellen wird Stephan Zinner so inszeniert, dass er sich selbst beleuchtet. Er tut so, als habe er ein Handy in der Hand. Es übt aber die Funktion der Beleuchtung aus; er muss diese ganz unnatürlich die ganze Szene lang etwa an seinem Oberschenkel auf sich gerichtet halten. Dem Zuschauer wird das dadurch erklärt, dass er eine Akte studiere, die er auf dem anderen Oberschenkel vor sich liegen habe.

Die Szene versucht, Licht in die Beziehung der beiden zu bringen. Sie wird die Frage stellen, wie es denn mit ihnen weitergehe. Er ist der katholische Pfarrer mit Keuschheitsgelübde und sie ist die Angestellte im Ordinariat.

Licht wird gesucht auch in weiteren Fällen. Es wird eine Erbgschichte an den bayerischen Papst eingebaut. Lisa sieht darin einen Betrug des Kardinals. Der ist so eine hinterfotzig-schlitzohrige Figur, wie sie einem bayerischen Stück gut ansteht.

Es gibt einen Diebstahl von Almosen; das wird für den Zuschauer klar und deutlich inszeniert, samt Vorbereitung, wie nachlässig der Pfarrer mit dem Geld umgeht. Eine Obdachlose beobachtet das und mit einem aufwändig inszenierten Ablenkungsmanöver einer Gruppe von Menschen, die resozialisiert werden müssen, greift sich die Hilfsbedürfte das Spendengeld, bedankt sich artig mit ein paar handgeschriebenen Zeilen.

Diese Folge sechs der zweiten Staffel hat etwas mehr Schwung als die fünfte; sie glaubt aber auch nicht an sich, sondern sieht sich zu einem Eskapismus nach Rom genötigt. Zufälligerweise hält dort der neue Papst grade seine erste Messe. Man holt sich päpstlichen Support. Vielleicht bringt der mehr Licht in die Angelegenheit. Die Lisa macht kurz und bündig Schluss mit ihren Eltern. Ach so, und den Wasserschaden hätten wir beinah vergessen. Zupf- und ab und an Akkordeonmusik versuchen den Eindruck von Leichtigkeit zu erwecken.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers! (der sich fragt, ob er für so etwas auch nur einen Cent ausgeben würde).

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

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