Normal

Was treiben die Yakuza in Minnesota?

In Osaka fängt der Film an nach dem Drehbuch von Derek Kolstad und Bob Odenkirk.

Mit rasanten Schnitten und einer agilen Kamera gibt Regisseur Ben Wheatly die hohe Taktzahl der Bilder und den rasanten Rhythmus vor. In Kato-Tai-Manier begibt sich die Kamera in die tiefe Position für klassische japanische Räume, jene ohne Stühle, und lässt die Yakuza-Gang ein ernstes Meeting abhalten.

Drei Mitglieder haben versagt und müssen sich coram publico je einen Finger abhacken. Ein Notruf aus der Ortschaft Normal in Minnesota geht ein. Was verbindet die Yakuza mit so einem Provinzkaff? Die Yakuza reagieren alarmiert.

Der Film geht vorerst in Coolness über und schwenkt ins winterlich-öde Normal. So normal wie Provinz eben ist. Dort hat Ulysses (Bob Odenkirk) als interimistischer Hilfssheriff seine erste Arbeitswoche begonnen. Er vertritt die Stelle des verstorbenen Vorgängers.

Herrlich und genüsslich erkundet der Film zusammen mit ihm und Mike (Billy MacLellan) das typisch amerikanische Provinznest, das vor Waffen zu starren scheint. Er extrapoliert das Gegenteil dessen, was bald schon abgehen dürfte. Dass nichts von Belang passiert, eine junge Frau, Lori (Reena Jolly), hat Probleme mit einem Süßigkeiten-Automaten. Sie und ihr Freund Keith (Brendan Fletcher) werden noch eine Rolle spielen. Die Strickliesl ist intensiv beschäftigt mit einer Kundin, die mit der Farbe einer gekauften Wolle unzufrieden ist.

Als erste Zündstufe für die Action starten Lori und Keith einen dilettantischen Banküberfall auf die Sparkasse. Der geht schief. Ulysses, welche Namensgebung für einen Mann, der eine Geschichte hat und eigentlich nur einen ruhigen Job sucht, muss mit seinen Polizisten eingreifen. Er ist der Typ, der für die Beleuchtung des Geschehens zuständig ist, für jene Sicht auf die aus dem Ruder laufende Action, die sie relativiert, die sie als Unterhaltung zum Zeitvertreib kenntlich macht. Nächste Zündstufe, die Yakuza treffen ein. Die anderthalb Stunden gehen rasend schnell vorbei mit Genre pur.

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