Lee Cronin’s The Mummy

Mit der Kinorabaukenkeule

ballert Lee Cronin die Geschichte der Mumie auf die Leinwand, besonders donnernd, als ob er die Mauern von Jericho zum Einstürzen bringen möchte, wenn das Werk in der Arri Astor Film Lounge in München auf die Leinwand projiziert wird.

Lee Cronin schreckt vor nichts zurück, Effekt geht über Story, aber die ist natürlich auch da und dann erst die Szenen, bei denen man versteht, warum der Film erst ab achtzehn freigebeben ist.

Die Story ist solide, nach den Regeln der Kunst und des Genres. Mit einer lauten Familienidylle im gut besoundeten Familienwagen und der entsprechenden Energie fängt es an. Charlie Cannon (Jack Reynor), der Journalist, sitzt vorn auf dem Beifahrersitz. Gattin Larissa (Laia Costa) ist am Steuer. Sie nervt die laut Musik und das Remmidemmi der Restfamilie. Im Fond sind die Kinder Katie (Natalie Grace) und Sebastián (Shylo Molina).

Man ist in Ägypten. Die Familie sucht ein großzügiges Haus am Rande eines Grünzuges außerhalb von Kairo auf. Es folgt eine einstimmende Horrorszene, die es in sich hat, die zeigt, in welche Richtung der Film tendiert; aus grobem Kinoholz, das sitzt, getrieben.

In Kairo ereilt die Familie ein Unglück: Töchterchen Katie wird von einer vermummten Frauengestalt bei einem extremen Sandsturm entführt. Gut für die Familie, dass der Papa einen Job in Albuquerque in New Mexiko angeboten bekommt. So kann sie sich vom Ort des tragischen Geschehens und vom Verlust entfernen und auf andere Gedanken kommen.

Filmisch ist die Wüstenlandschaft in New Mexiko so reizvoll wie Ägypten. Der Film macht einen Sprung über acht Jahre. In Ägypten stürzt ein Flugzeug ab. Unter den Überlebenden ist Katie. Officer Zekhri (May Calamawy), die schon damals mit dem Fall befasst war, informiert die Familie Cannon. Das Kind kommt zur Familie zurück.

Das Töchterchen sieht verändert aus, hm, ja, fast wie eine Mumie und habe, wie es heißt, ein paar ungewöhnliche Eigenschaften sich zugelegt. Etwas muss passiert sein mit ihm. Das ist die Frage, der der Film nachgeht. Aber auch dem, was aus ihr geworden ist und wie die Familie in New Mexiko mit dem zurückgekehrten und irgendwie entfremdeten Familiemitglied umgeht, das Eigenschaften entwickelt hat, die punktgenau zu einem knalligen Horrorfilm passen und die eine ganz Reihe ungelöster Probleme der ägyptischen Antike virulent werden lassen. Das geht nicht ohne Schäden, Blut, Todesfälle und Mutationen ab. Davor bleibt auch die Mama (Veronica Falcón) von Larissa nicht verschont. Das ist die mit der tiefen Stimme.

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