Affig
Jazzy ist ein Affe. Der ist außerordentlich begabt. Wegen eines Brandes im Amazonasdschungel, wo er mit seinen Eltern lebt, landet das Äffchen bei Tierschützern.
Hier findet Jazzy auch andere Dschungeltiere. Er lernt schnell die Gebärdensprache, irgend ein Wunder muss da passiert sein, und die Menschen binden ihm eine Apparatur an den Arm, der seine Zeichensprache in menschliche Sprache übersetzt. So ist eine rationale Kommunikation möglich.
Das hört sich hirnrissig an. Ist es wohl auch. Jazzy ist angefixt von einem Tablet, das er geschenkt bekommt und kapiert auch hier den Umgang sehr schnell, vor allem wie man im Internet senden kann.
Jazzy erinnert sich an seine leiblichen Eltern und macht sich, begleitet von einem anderen affenartigen Wesen mit langem Bart auf die Suche. Das Tablet gibt ihnen Orientierung.
Nach der reichlich absurden Rettungsaktion eines Nashornes, das im Dreck stecken geblieben ist, sind die Abenteurer zu dritt. Sie finden den Heimatwald von Jazzy verbrannt.
Leonardo di Caprio steht als Produzent in den Credits. Vielleicht hat er nur eine Kurzzusammenfassung gelesen: dass mit der Geschichte des verlorenen Äffchens auf die Probleme von Brandrodung des Urwaldes und der Palmölplantagen hingewiesen werden soll. Mehr wird er über das Projekt nicht gewusst haben. Dass sowohl die zeichnerische Äsethetik der Figuren als auch die Storyversatzstücke sowas von zusammengewürfelt wirken, als ob KI massiv die Hände im Spiel gehabt hätte, das war vielleicht aus dem Pitch gar nicht ersichtlich.
Irgendwie fehlt der Storyline und der Figurzeichnung der Persönliche, das Individuelle, das, was sie einzigartig macht. Die einzelnen Elemente wirken austauschbar, könnten von irgendwoher stammen. Das ist gut gemeint, dass das Trio üblem wirtschaftlichem Missbrauch der Natur durch die Industrie auf die Spur kommt und auch der künstlichen Alibiwelt, die sie stattdessen zur Schau stellt. Von der Realisierung her wirkt der Film künstlich, abweisend, inhomogen, inkohärent.