Aus dem Anspann:
„Desinformation ist zu einer gezielten Waffe geworden, um Wissenschaftler anzugreifen und zu dikreditieren – aus politischem Kalkül.“ The Lancet, 18. Januar 2025, zwei Tage vor Trumps zweitem Amtsantritt.
2003 machten sie sich auf die Suche nach dem Ursprung von SARS.
2020 katapultiert sie COVID – 19 ins Zentrum fiebriger Debatten und Spekulationen.
Dieser Film erzählt aus ihrer Perspektive.
Aufgrund geopolitischer Sensibilitäten musste unter dem Radar der Behörden gedreht werden.
Wir mussten Drehorte und Beteiligte schützen.
Kino als Mittel der Verteidigung
Wie der kürzliche Film über den Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck Jetzt. Wohin. Jetzt. Wohin. – Meine Reise mit Robert Habeck gibt dieser Film noch expliziter zu verstehen, dass er sich in den Verteidigungslinien der drei Forscher Linfa Wang, Singapore, Zhengli Shi, Wuhan, und Peter Daszak, New York, und damit der Eco Health Alliance (1971 – 2025) sieht, einer NGO mit dem Ziel der Pandemieprävention.
Der Film gibt die Position der drei Forscher gegen absurde Anschuldigungen aus Politik, Medien und Social Media wieder.
Der Filmemacher Christian Frei präsentiert sich als nachdenklicher Reporter mit Baskenmütze; er hat mit Trine Pill als ‚Co-Writer Narration und Storytelling‘ auch das Drehbuch geschrieben. Er fängt an mit einer Mahnung der drei Forscher aus dem Jahre 2003 anlässlich eines SARS-Ausbruchs mit gravierenden Folgen. Sie fingen an, nach der Ursache, vor allem nach den Überträgern zu suchen. Fündig wurden sie nach zehn Jahren bei Fledermäusen.
Vor allem geht es um den Spill-Over, den Nachweis der Übertragungsmöglichkeit. Die drei Forschenden gaben der Welt zu verstehen, dass die nächste Epidemie kommen würde. Sie sehen auch einen Zusammenhang zwischen Ausbeutung des Planeten durch den Menschen und einer erhöhten Anfälligkeit für Epidemien.
Es sind Forscher, die zu den Leuten zählen, die wegen ihrer Forschung am nächsten dran waren beim Covid-Virus. Dummerweise ist das auch noch in Wuhan, dem Forschungsort von Zhengli Shi, ausgebrochen.
Die Anfeindungen lassen nicht lange auf sich warten. Die Forschung sei schuld, dass ein von ihr mutwillig manipuliertes Virus auf die Bevölkerung losgelassen worden sei. Eine Untersuchung der WHO fand keine Hinweise darauf. Aber dass auf dem Markt von Wuhan lebende Tiere gehandelt wurden, was verboten war, dafür gibt es genügend Hinweise und fotografische Beweise.
Aus wissenschaftlicher Genauigkeit und Korrektheit heraus sagen die Forscher, dass es rein theoretisch möglich wäre, dass das Virus aus dem Labor gekommen sei. Nur sind die Wahrscheinlichkeiten eklatant verschieden hoch. Diejenige mit dem Labor mag vielleicht ein Prozent sein, während die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch lebende Tiere auf dem Markt x-fach größer sei.
Dieser gewaltige Unterschied interessiert Medien und Politik allerdings wenig. Sie entscheiden sich ohne Beweise oder zwingende Indizien dafür, den Wissenschaftlern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die sind wohl die einfacheren Ziele, als irgendwelche anonymen Tierhändler auf einem Markt.
Der Film berichtet über die Angriffe vor allem auf Peter Daszak. Er zieht sich für eine Auszeit in den bergigen Dschungel Thailands zurück. Da sind andere Wissenschaftler und Blogger dabei. Hier können sie mit Distanz die hinterhältigen Angriffe diskutieren.
Es gibt Ausschnitte aus einer Anhörung im Kongress, bei der Peter Daszak angehört werden soll; kaum, dass er das Wort ergreift, wird er niedergelabert.
Es ist ein Film, der mit der nötigen Gelassenheit an das aufgeheizte Thema rangeht und der immer wieder zu faszinieren versteht mit Aufnahmen aus Fledermaushöhlen und der Natur, der aber auch hochindustrielle Forschungs-, Hotel- und Industriekomplexe markant ins Bild setzt.