Kein Segen von oben
Der höchste Segen, den diese Fernsehproduktion erhalten zu haben scheint, muss derjenige der beiden zuständigen Redakteure Elmar Jaeger vom BR und Bernhard Natschläger vom ORF sein. Sie sind vielleicht Götter des Rundfunks, aber sie sind auch nur Menschen; der Segen, den die beiden einer Serie erteilen, ist also sehr irdisch.
Zu mehr scheint es nicht gereicht zu haben; ja irgendwie scheint der Wurm drin zu sein. Man erkennt den Franx Xaver Bogner, den ruhmreichen Regisseur des BR, nicht mehr, der mit Fernsehproduktionen wie „Café Meineid“ die Herzen der Zuschauer erobert hat. Davon ist lediglich eine Regieroutine übrig geblieben; sie reicht, das Drehpensum zu erfüllen.
Aber es liegt wohl an so vielem. So achtbar es ist, wenn das Öffentlich-Rechtliche sich mit dem Thema Kirchenasyl – oder Asyl in der Kirche – befasst; so scheint das Thema mit der rigorosen Abschottungspolitik Europas und mit der noch rigoroseren des deutschen Innenministers wie aus der Welt geschafft worden zu sein.
Wenn das Fernsehen Themen von gestern behandelt, und das nicht besonders kreativ, so ist das schon sehr bescheiden. Auch fragt man sich, wie armselig eine Welt sein muss, in der die Liebe eines Priesters zu einer Frau, wobei er keusch zu bleiben behauptet, noch eines Augenaufschlages wert sein soll. Auch das wirkt reichlich altbacken.
Kommt der Cast hinzu. Der scheint Pi mal Daumen zusammengewürfelt oder mit der Gunst der Besetzungsgötter gesegnet zu sein und tendenziell wenig Feeling für die intendierte Komödie zu haben. Das liegt vielleicht am Drum und Dran, an der krampfigen Konstruktion des Drehbuches oder an der genau so krampfigen Gesamt-Intention, an frühere BR-Komödien-Erfolge anzuknüpfen. Aber auch daran, dass der Protagonist Stephan Zinner mehr als Schauspieler denn als Pfarrer rüberkommt. Auch die Liebe zu Lisa kommt mehr gespielt als gefühlt rüber.
Zuviel soll reingepackt werden in die Folge. Die Asylthematik. Die Thematik der ledigen Frau, die sich an der Isar von einem Rick anmachen lässt, dann die innerkirchliche, reichlich abgedroschene Hierarchiethematik und eine Jugendproblematik soll auch noch reingestopft werden; es geht um die Zuschauer der entsprechenden Alterssegmente; und die Mutter von Lisa kommt auch noch vor; für alle Altersgruppen muss etwas dabei sein, aber nix Gscheits. Die Folge kommt einem lieblos und uninspiriert runtergnudelt vor.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.