Arco

Präpubertäres Fliegen

Erst mit 12 Jahren dürfen die Kinder der Zeitreisenden, die in einer fernen Galaxie leben, fliegen. Arco ist noch nicht so alt. Er versucht es trotzdem mit seinem regenbogenfarbenen Umhang mit dem Diamanten dran. Regenobgenfarben sind die Kostüme der Zeitreisenden und einen regenbogenfarbenen Schweif hinterlassen sie beim Fliegen. Diese Farbgebung bleibt außerhalb der etablierten LGBTQ-Symbolik innerhalb des Spieles der Geschlechter, einfach eine schöne Idee.

Arcos Welt ist eine futuristische. Die Wohnungen sind mit halben Glaskugeln zugedeckt und sind arrangiert wie die Blüten an großen Pflanzen. Es sind autarke Wohneinheiten.

Arco versucht den Flug, der Abflug gelingt, er kommt ins Trudeln. Er landet auf der Welt im Jahre 2075. Da sind die Häuser noch, wie wir es gewohnt sind. Die Technisierung ist weit forgeschritten. Roboter sind gang und gäbe, Roboter zur Kinderbetreuung beispielsweise. Auch Lehrerroboter gibt es, so zeigt es der Film von Ugo Bienvenu, der mit Gilles Gazaux die Regie geführt und mit Félix de Givry das Drehbuch geschrieben hat.

Diese Lehrerroboter sind im Moment, wie der Film sich für sie interessiert, urlaubshalber in einer Rumpelkammer wie in einem Geräteraum abgestellt. Beim Landen auf dem Planeten hinterlässt Arco, er ist durch den Namen „Bogen“ das Symbol für seine Regenbogenwelt, einen wilden Schweif. Er fällt in einem Waldstück zu Boden. Durch den Schweif ist sowohl das etwa gleichaltrige Mädchen Iris auf ihn aufmerksam geworden als auch drei halbscharige Ganoventypen, die durch aufschneiderische Sonnengläser charakterisiert sind. Sie finden zwar den Diamanten, den der Bub beim Aufprall verloren hat, den Buben aber hat Iris bereits in Sicherheit gebracht. Er muss versorgt werden wegen einer kleinen Verletzung. Das erledigt der Hausroboter von Iris mit Nadel und Faden.

Die Action ist nun die, dass Iris Arco verstecken muss, dass Arco den Diamanten wiederfinden muss, weil er ohne diesen nicht wieder zurückfliegen kann. Die Ganoven wiederum sind hinter dem Jungen her. Und dass Iris Arco versteckt und mit ihm hinter den Ganoven her ist, das wiederum hat der Nachbarsjunge Clifford entdeckt und begibt sich seinerseits auf die Verfolgung.

Dass ihnen diese eklektische Zusammenstellung einer Zeitreise- und Aliengeschichte unerhört Spaß macht, zeigen die Filmemacher nicht nur mit einem Blick am Ende in ihr Arbeitszimmer mit den Storyboardbildern und dem Zeichentisch sondern auch mit dem Orchesterscore auf der Tonspur, den sie voll aufdrehen. Ein Liebling der Filmemacher scheint die Szene mit dem Anbringen der Höhlenmalerei zu sein, bei der explizit auf die Fähigkeit zu erinnern hingewiesen wird und die auf dem Weg zur Rückkehr von Arco nach Hause eine Rolle spielen wird.

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