Die Weltmeere queren,
das scheint der Plan von Tim Hund, Tobias Steinigeweg und noch zwei weiteren Mitstreitern aus dem bayerischen Voralpenland gewesen zu sein. Die erste Segelyacht ist denn auch mit „Bad Tölz“ beschriftet.
Sie waren ahnungslos, wie der Titel verrät, aber nicht unvorbereitet. Es sollte eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Reise werden, die sie selbst dokumentierten. Sie haben die Footageausbeute der 5-Jahres-Reise auf zwei die Abenteuerlust antörnende Kinostunden zusammengeschnitten.
Es dominieren die Feelgood-Momente begleitet von Feelgoodmusik, die tollen Momente, die Meeresmomente, das Schwimmen, Tauchen, die Sandstrände, das Lagerfeuer, die Drohnenaufnahmen von der Segelyacht, eine Vielfalt an Meeresgetier, Schwimmen mit Walen und Haien, Karibik und Südsee. Landausflüge haben sie auf touristische Kurzimpressionen verkürzt, die so manches Urlaubstraum bebildern dürften.
Aber sie bringen auch die schwierigen Situationen, der Motor, der stottert bis er ganz ausfällt, die Antriebswelle, die bricht, der Segelmast, den der Sturm in zwei Teile bersten lässt, Blitze, die nah einschlagen, Windstille, der Segelkoller, Freunde, die aussteigen, ein Schiff, was nicht mehr zu gebrauchen ist, eine unvorhergesehene Heimreise, Unterbruch der Weltumsegelung, Beschaffung und Fitmachen einer neuen Yacht. Und dann der Müll an manchen Stellen der Weltmeere!
Tim und Tobias haben das Projekt allen Widrigkeiten zum Trotz durchgezogen. Die Erzählung ist die, dass die beiden mit der Übernahme der Arrya die Tour zu zweit weitergeführt haben. Sie blenden weitere, temporäre Passagiere aus, die tauchen erst (bis auf ein, zwei Drohnentotalen vom Schiff) im Abspann auf.
Gerne hätte man etwas mehr über die ökonomische Seite erfahren, vielleicht auch etwas mehr über den Ursprung der Idee und wie die Vorbereitung war. Unterstützer werden im Abspann genannt. Aber die zwei Jungs gehen auf Kinotour und werden sicher gerne selber die vielen offenen Fragen beantworten.
Eine Abenteuerreise heute gestaltet sich anders als früher; man hat die moderne Kommunikation, moderne Navigation, man kann per Funk Hilfe anfordern. Unheimlich wird es, wenn einem nächtens ein Boot folgt und sich unangenehm nähert und weit und breit kein Land oder andere Schiffe in Sicht sind und wenn die Leute auf dem Boot, die nicht unbedingt Vertrauen erwecken, in einer unverständlichen Sprache „Stopp“ rufen; da heißt es schnellstmöglich abdrehen und Gas geben. Und eine Drohne kann auch mal ins Meer abstürzen. Ein Film, der manche Jugendliche zur Abenteuerreise vor dem Ernst des Lebens ermutigen dürfte.