Roméria – Das Tagebuch meiner Mutter

Sommer 2004 in Vigo

Marina ist 20, lebt in Barcelona bei Adoptiveltern. Mit dem Tagebuch ihrer längst verstorbenen Mutter besucht sie ihren Onkel Lois (Tristán Ulloa), dessen Familie und andere Verwandte, die sie nicht kennt. Sie braucht für das Studium eine Bestätigung ihres Großvaters (José Angèl Egido), dass sie die leibliche Tochter seines Sohnes sei. Großvater hat an der spanischen Atlanktikküste eine Werft betrieben und lebt mit der dementen Oma (Marina Troncoso) in einer feinen Villa herrlich gelegen erhöht über der Küste Galiziens. Ihr Onkel wohnt mit seiner Frau und einer Horde halbwüchsiger Kinder auf einer luxuriösen Segelyacht. Marina bekommt ihre eigene Kabine.

Die Gliederung des Filmes von Carla Simón (Fridas Sommer, Alcarras – Die letzte Ernte), die mit Neus Pipó Simón auch das Drehbuch geschrieben hat, geht nach den wenigen Tagen, die Marina bei ihren Verwandten verbringt. Diese werden im Original auf Katalanisch indiziert. Das hat jedoch auf die deutsche Untertitelung keinen Einfluss.

In den Dialogen wird ab und an auf die regionalen Unterschiede in Spanien hingewiesen.

Die Machart mit viel und extrem beweglicher Kamera erweckt den Eindruck eines spontanistischen Filmes, der wie wahllos Szenen aus diesem Besuch herausgreift und dabei einen schönen Einblick in die unterschiedlichen Lebensverhältnisse gibt.

Inhaltlich folgt der Film dem Tagebuch der Mutter. Das erzählt von der wilden Zeit in den frühen Achzigern, von flottem Liebes- und Drogenleben, aber auch von vielen Toten. Marinas Vater scheint die letzten Tage seines Lebens von den Großeltern vor der Gesellschaft versteckt worden zu sein. Zusätzlichen Charme gewinnt der Film durch die Lust der Kamera auch an Weite, an Details, am Meer und an den Freuden der Menschen im und am Meer.

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