They Will Kill You

Fun For Fans

und Reichenbashing dazu, ähnlich wie in den Ready or Not Filmen (Nummer zwei folgt demnächst).

Die Armen sind dazu da, den Reichen geopfert zu werden, die Reichen machen sich einen Spaß daraus, die Armen auszuquetschen, auszupressen, zu malträtieren.

Eine Geschichte gibt es auch im Film von Kirill Sokolov, der mit Alex Litvak ebenfalls das Drehbuch geschrieben hat.

Asia Reeves steht im hartnäckigsten Dauerfilmregen mit ihrer kleinen Schwester Isabelle. Sie sind arm. In einem Geschäft lassen sie was mitlaufen. Sie werden gestellt. Es kommt zu einer Schießerei mit einem Toten.

Asia (Zazie Beetz) landet im Knast. Ihre kleine Schwester verschwindet aus ihrem Leben. Nach der Entlassung aus dem Knast, 10 Jahre später, klopft Asia am merkwürdig nach Horrorfilm erbauten Haus „Virgil“ an. Sie wird von einer strengen Dame empfangen. Nach kurzem Wortgeplänkel und Klärung des Themas mit dem Identitätsausweis wird die durchnässte Frau eingelassen.

Der Horrormeisterfilmer schließt die Tür hinter ihr mit mehreren Großaufnahmen von martialischen Riegeln, die vorgeschoben werden. Hier kommt man nicht so schnell wieder raus.

Das Gebäude stellt sich als ein Horror-Labyrinth-Gebäude mit klassisch stilisierten Korridoren, Zimmerfluchten heraus. Es gibt Massen von exakt gleich uniformierten weiblichen Bediensteten. Die Hausbewohner, das sind die Reichen, sind ebenso uniform in eine Art wasserabweisenden, überdimensionale Teermäntel gehüllt. Sie tragen Masken, Kapuzen.

Es ist eine von willensstarker Designhand durchgestylte Welt, in der sich Asia findet. Sie bekommt ein Zimmer zugewiesen, großzügig mit Kochecke, Badewanne, Schränken, weit überdimensional und überluxuriös für eine Angestellte, die sich strenger Disziplin zu unterziehen hat.

Wie Asia aus dem Bad tritt, das dichten Dampf entwickelt hat, sieht sie auf einer Scheibe von unsichtbarer Hand geschrieben den Satz, der den Titel des Filmes bildet, sie werden dich töten.

Keine Zeit zur Besinnung, nach kurzen Horrorträumen tritt das Grauen in der Formation der Reichen mit allerlei Tötabsichten in ihr Leben. Sie aber weiß sich, das ist tricky, zu wehren. Reiche scheinen mehrere Leben zu haben. Sie können auch mit dem abgehauenen Kopf unterm Arm oder mit dem mit dem Säbel entfernten Fuß und Unterschenkel im Arm weiterleben.

Der Horror geht genussvoll ab, er schwelgt in Blutfontänen, in einem herausgerissenen Auge, das sich selbständig macht, in Kämpfen mit Schwert und anderen Gegenständen, Bodyhorror pur und die Protagonistin kommt immer wieder davon, weil sonst ja der Film zu früh aus wär.

Asia wird ihre kleine Schwester, perfekt angepasst ans Ausbeutersystem, finden und versuchen, sie zur Flucht zu überreden.

Damit hat der Film sein Horrorpulver längst nicht verschlossen. Er wartet mit einem weiteren, satten, delektierlich und dekorativ präsentierten Horrmenü auf, das den Horrorfan sicher erfreuen, gar begeistern dürfte. Horreur pour l‘ horreur.

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