Shelter

Präzisionsinstrument

Als solches wird Jason Stratham in der Figur, die er hier im souveränen Film von Ric Roman Waugh nach dem doch etwas sehr erfundenen Drehbuch von Ward Parry spielt, bezeichnet. Gemeint ist ein Tötinstrument.

Auch wenn der Film anders anfängt, weiß der geneigte Zuschauer eh, dass diese Figur, die einsam mit Hund Jack auf einer Leuchtturminsel der „äußerlichen Hybriden“, wie die deutsche Untertitelung schreibt, haust, eine Geschichte haben muss und einen Grund, nicht einmal Kontakt haben zu wollen zu seinem Versorger vom Festland, der ihm mit dem Schiff Getränke und Lebensmittel rüberschippert. Dessen Begleiterin Jessie (Bodhi Rae Breathnach) darf nur die Kiste am Strand ablegen und muss gleich zurück.

Einmal hält Jessie sich nicht an das Kontaktverbot. Sie steigt hinauf zum Leuchtturm, klopft, übergibt die Ware und ein kleines Geschenk dazu. Sie wird wirsch abgebürstet, nie wieder solle sie das machen.

Ein Sturm greift ein in die Geschehnisse. Stratham rettet das Mädchen, den Schiffer hat es erwischt. Es zeichnet sich eine Schicksalsgemeinschaft ab.

Nach diesem besinnlichen, ja rührenden Anspann setzt die Action ein. MI6 in London wird auf Stratham aufmerksam. Und, zack, rauscht ein Motorboot mit schwerbewaffneten Agenten an. Statham, das Präzsionsinstrument, erledigt sie alle. Jessie zeigt erstaunlich viel Nerven.

Stratham ist enttarnt und ab jetzt „mit Gepäck“, damit ist das Mädchen und gleichzeitig die Figur, an der das Präzisionsinstrument Humanität zeigen kann, auf der Flucht.

Die Action setzt ein, wie zu erwarten mit dem Namen Stratham. Der Film lüftet peu a peu das Geheimnis um seine Tarnung und dass er die bereits zehn Jahre durchgehalten habe. Dann ist da noch die Figur Manafort (Billy Nighy), mit der Stratham eine Rechnung offen hat, ausgerechnet, weil er bei einem streng geheimen Einsatz mit der Truppe „Black Kites“, die es nie gegeben hat, Humanität zeigte.

Es ist einer der Filme, die würde man wohl anschauen, wenn man irgendwo in einer öden Ortschaft mit nur einem einzigen Kino hängen geblieben ist und dieses just diesen Film zeigte. Dann könnte man sich wohlig entführen lassen in den rührenden Versuch, Killertum und Humanität zusammenzubringen, nebst ein paar hübschen Impressionen von der Glitzermetropoloe London, ländlichen Holzwegen, Autoverfolgungsjagden und einem veritablen Sturm am Meer.

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