Die Schatzsuche im Blaumeisental

Sich die Welt zusammenreimen

Das versucht der Mensch wohl vom ersten Moment an. Er versucht, aus Teilen ein Ganzes zusammenzusetzen, Zusammenhänge herzustellen und zu verstehen.

Zusammengesetzt sind ebenfalls die Animationsfiguren in diesem Film von Antoine Lanciaux, der mit Pierre-Luc-Granjon auch das Drehbuch geschrieben hat. Die Menschen, Tiere, Landschaften, Autos, Häuser sind aus einfachen, flächigen Teilen zusammengefügt. Manche sind geometrisch, andere organischer, immer in einer Farbgebung. Das bringt eine herrliche Ruhe und Übersichtlichkeit und doch Lebendigkeit in das Leinwandgeschehen. Es behauptet keinen wie auch immer intendierten Realismus.

Die Geschichte selber bedarf auch der Zusammensetzung. Lucie ist zehn Jahre alt. Sie lebt bei ihrem Vater in der Stadt. Sie kann lesen, schreiben, mit Handys umgehen und kommt auch schon mit Computerrecherche zurecht. Sie wird in dem Film einiges zum Zusammenreimen bekommen.

Lucy verreist im Zug zu ihrer Mutter nach Bectoile auf dem Land. Diese arbeitet dort als Archäologin in einer Burgruine. Sie kommt aus der Gegend. Sie hat in einer 1998 abgebrannten Mühle gelebt. Diese ist heute nicht bewohnt, steht leer. Das Tor ist mit einer Kette abgeschlossen. Mutter bleibt ungewöhnlich schweigsam zu dem Thema. Sie hat wenig Zeit für Lucie wegen den archäologischen Aktivitäten.

So kann sich Lucie liebevoll um ein angefahrenes Dachsjunges kümmern und kann genügend Zeit mit dem Dorfbuben Yann verbringen. Dieser darf schon Traktorfahren, ist überhaupt geschickt auch im Reparieren von Fahrzugen aller Art.

Zwei Blaumeisen sind das Leitmotiv und die Verführer für den Forschungsdrang der Kinder; denn die Gegend birgt Geheimnisse und da ist auch noch der sonderbare Alte, der als verrückt gilt. Was hat das alles mit Lucie und ihrer Mutter zu tun? Alte Zeitungen, die im Computer einzusehen sind, Bücher und eine Bibliothek mit einer Ausstellung ergeben einen Hinweis nach dem anderen.

Der Film begleitet wie eine realistische Erzählung Lucie bei dieser Reise aufs Land – und in die eigene Geschichte. Wie die Ereignisse kulminieren und ein schweres Unwetter dazukommt, erlaubt der Film sich einen Schwenk ins Abenteuergenre.

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