30 and Wild

Prämidlife

Mit dreißig ist man nicht mehr zwanzig, aber noch weit entfernt vom Midlife – und dessen Krisen. Es ist noch einiges da vom Enthusiasmus der Aufbruchstimmung nach dem Abitur, aber das Leben hat auch schon Spuren hinterlassen. Dreißig ist ein guter Zeitpunkt, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Was hat man erreicht im Leben, welche Träume sind in Erfüllung gegangen und welche nicht.

Felix Maxim Eller, ein Cinemaniac wie es scheint, hat sich dieses Thema, seiner Generation angemessen, vorgenommen. Er lässt drei Freunde aus der Abiturzeit vom Ernst Barlach Gymnasium in Unna ihren dreißigsten Geburtstag zusammen feiern.

Frederick (Karsten Jaskiecicz) ist in der Zwischenzeit vor seinem dominanten Vater bis nach München abgehauen, hat nicht näher erfahrbare Schwierigkeiten durchlebt; besonders erfolgreich scheint er nicht. Sein Markenzeichen ist ein rote Lederjacke.

Dennis (Stefan Merten) erlebt in seiner Firma gerade eine Beförderung, er soll aber dafür mit seinem Chef feiern gehen. Beim Thema Spitznamen erinnert er sich an „Schwuchtel“. Er ist derjenige der den dreißigsten feiert.

Tim (Michael Bruch) ist inzwischen ein erfolgreicher Influencer. Aber persönlich und beziehungsmäßig wenig gefestigt. Er wird Nadin (Kathrin Bolle) wiederbegegnen, die inzwischen an der alten Schule unterrichtet und durch den Umgang mit den Kindern zum eigenen Kinderwunsch auf Distanz geht.

Zur Feier kommen die drei Freunde in einem Hotel unter. Sie wollen so richtig auf die Pauke hauen, aber Frederik will den Freunden nicht erklären, dass er keinen Alkohol mehr trinkt. Es kommt wieder ein bisschen Schulstimmung auf. Wie der Chef Dennis anruft, spielt dieser ihm unterstützt von Frederick ganz schlecht eine Erkältung vor.

Der Hellweger Anzeiger findet prominent Platz im Bild.

Es ist vielleicht ein bisschen viel, was passiert in dieser Nacht. Man zieht von der Disco weiter. Die Freunde landen in einer Seemanskneipe. Dort spielt eine Band. Jene von Tommy (André Decker). Hier wird ein dramaturgische Ziel eingestreut, ein Band Contest. Auf den laufen die Handlungsfäden schließlich hinaus und werden dort, vielleicht nicht ganz zwingend, zu einem guten Ende gebündelt. Ein Film, der sich vermutlich aus Anekdotischem und Beobachtungen nährt. Ein schönes Material, was im Hinblick auf eine breitere Verwertung stringenter hätte gebüschelt werden müssen. Oder vielleicht sich etwas mehr Zeit hätte nehmen sollen für die zentralen Figuren, ihre Persönlichkeiten und Probleme.

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