Peaky Blinders

Rumballern wie Problempräsidenten

Diese Edgar-Allan-Poe-hafte Ballade von Tom Harper nach dem Buch von Steven Knight scheint, fast zu lieblich, ein passendes Abbild zur weltpolitischen Rabaukerei, zur aktuellen Rumballerei auf den Iran von zwei Problempräsidenten zu sein. Der passende, düstere Begleitakkord zu einer aus dem Ruder laufenden Aggressionspolitik, die ohne Rücksicht auf Menschen- und Völkerrecht einen Unrechtsstaat Mores lehren will.

Es ist die heiße Phase des Zweiten Weltkrieges. Der Unrechtsstaat Deutschland will England mit gigantischen Summen Falschgeldes in die Knie zwingen. Dessen Herstellung handelt der Film gleich zu Beginn ab, zack, zack, Details, kurze, schnelle Schnitte.

In einer Nacht- und Nebelaktion und in braune Lederkoffer verpackt wird die Ware nach England verschifft. Dort soll die berühmt-berüchtigte Shelby-Gang für die Verteilung und den darauf folgenden wirtschaftlichen Zusammenbruch durch die Geldschwemme sorgen.

Chef Tommy (Cilian Murphy), der „Rom Baro“, der Roma-König, hat sich mit einem einzigen Vertrauten auf seinen Landsitz zurückgezogen. Er will nichts mehr mit der Gang zu tun haben; er ist vom Einsatz im ersten Weltkrieg traumatisiert und will ein Buch schreiben, „The Immortal Man“.

In Birmingham ist die Munitionsfabrik von den Nazis bombardiert worden und der Bastard-Sohn Duke von Thommy will mit seiner übel beleumdeten Bande die Munitions- und Waffenbestände der Fabrik ausrauben.

Schwester Ada, so eine richtige Filmschönheit aus der ersten Farbfilmzeit, will das verhindern, das könne nur Thommy machen und er solle deshalb nach Birmingham. Nichts zu machen. Ihn martert nach wie vor der Tod seines Bruders Arthur unter nicht genau nachvollziehbaren Umständen.

Besuch meldet sich an auf dem Landsitz. Es ist die Schwester der inzwischen verstorbenen Frau, mit der er Duke gezeugt hat. Eine Roma, die spezielle Roma-Fähigkeiten wie Séancen und Handlesen pflegt, die Tote im Geiste auferstehen lassen kann. Sie bezirzt Thommy erfolgreich. Er macht sich auf den Weg nach Birmingham.

Dort findet die finale Auseinandersetzung mit Duke statt, deren Ausgang bis zuletzt offen ist, ob er ein würdiger Nachfolger als „Rom Baro“ sein wird.

Der Film schöpft das Thrillerpotential dieses Kampfes, der verwickelt ist mit Staatsverrat, dem Falschgeldanschlag und der Gesetzeslosigkeit der Gang unter Duke, in seiner dunkel-poetischen Bebilderung voll aus. Mit dem Musikeinsatz geht er gerne dröhnend um, so dass es richtig reinhaut, hat aber auch keine Berührungsangst vor ruhigen Stellen.

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