Jacques Cousteau als Inspirator
Als kleiner Junge hat Mark Verkerk Jacques Cousteau am Fernsehen als Forscher und Taucher gesehen. Das hat ihn inspiriert. Als Erwachsener fängt er das Tauchen an. Erst weit weg. Dann entdeckt der Holländer, dass es direkt vor der Haustür genügend Entdeckenswertes gibt.
Nach dem Motto von Cousteau, dass der Mensch schütze, was er liebe, versucht Mark Verkerk die Wunder der Nordseefauna den Menschen als liebens- und also schützenswert näherzubringen. Dass er das auch tatkräftig direkt mit dem Nachwuchs macht, zeigt eine Episode am Schluss des Filmes.
Seine Begeisterung für die Nordsee vermittelt er mit diesem Film als einem vielfältigen, spannenden Magazin.
Gleichzeitig ist auch der Dokumentarist selbst als Taucher mit Unterwasserkamera zu sehen. Er nimmt den Zuschauer mit auf seine Tauchgänge.
Als Texte streut er Erkenntnisse von Cousteau ein.
Es ist wahrlich eine überraschende Wunderwelt, die sich unter der Oberfläche der Nordsee auftut. Das steht kaum dem nach, was man aus der Südsee, von berühmten Korallenriffen kennt. Es ist eine fantastische Vielfalt nicht nur an Formen, sondern auch an Farben.
Immer wieder verweist der Film auf den Kreislauf der Natur, wie das Fressen und Gefressenwerden zusammengehören und wie auch tote Tiere fester Bestandteil des Kreislaufes sind.
Der Film macht Station vor England, Schottland, Dänemark, Schweden, den Niederlanden. Er besucht Windparks in der Nordsee. Er macht auf die Lärmprobleme, die speziell das Aufstellen der Windräder erzeugen, aufmerksam. Er folgt dem wiederangesiedelten Lachs in einem dänischen Fluss, der zur Nordsee führt. Er mischt sich unter Küstenvögel, ihre Brut, in Fischschwärme, unter Wale, Orkas, Thunfische.
Die Problematik der Fischerei wird nicht ausgeklammert, besonders der Industriefischerei; aber es gibt auch Alternativen. Faszinierend ist jenes Unterwassergebiet, in dem von Schiffen verlorene Steine liegen, die Grabsteine werden sollten: Riffe mit einem komplexen Kreislauf an schillerndstem Leben haben sich gebildet. Bei Windparks würden jetzt bewusst Steine auf den Boden versenkt.
Leuchtendes Plankton vermag zu faszinieren. Es ist eine bunte Welt, oft ein Gewusel, mal klar, mal trübe wegen dem essentiellen Plankton. Die unterhaltsame, abwechslungsreiche Reise wird kommentiert von Peter van Rodijnen.