Mittwochfilm goes Komödienstadel
Schon im ARD-Mittwochsfilm Makellos – Eine kurze Welle des Glücks waren die Anklänge ans Bauerntheater unübersehbar. Das wird hier mit exzessivem Schnapseln und Trinken noch deutlicher.
Uli Brée ist ein versierter Fernsehautor. In wenigen Wochen dürfte er das Drehbuch für so einen Film, der hier von Michael Kreihsl regielich betreut wurde, runtergeschrieben haben. Den betreuenden Zwangsgebührentreuhändern Klaus Lintschinger (ORF), Susanne Spellitz (ORF) und Amke Ferlemann (BR) scheint es gereicht zu haben.
Der Autor kennt sich aus mit dramaturgischen Grundkonstellationen, weiß wie man Konflikte und Überraschungen vorbereitet, kennt sich aus mit der alltäglichen Dialektik von Widersprüchlichkeit zwischen Reden und Handeln der Menschen. Er weiß, wie man ein Modethema fernsehtauglich vermantscht. Hier reitet er das Genderthema ermüdend bis zum Exitus.
Die Schallers, Balbina (Brigitte Hobmeier) und Inka (Gerti Drassl), sind ein Paar, das in einer stattlichen Villa in einem Wiener Randbezirk wohnt. Sie haben die klassische Mann-Frau-Trennung. Die eine hat das Kind von einem Samenspender geboren. Sie ist die Hausfrau. Die andere ist die hochgezüchtete, weltfremd überdrehte Wissenschaftlerin, die gerade dabei ist nach Mozarts Zauberflöte die Bibel gendergerecht zu bearbeiten. Ihre Tochter Hedwig (Alina Schaller) haben sie nach ihren woken Grundsätzen erzogen. Sie ist jetzt erwachsen und in Andreas (Julian Pichler) verliebt. Der ist ambitioniert am Studieren, zur Zeit aber beim Bund. Er möchte ihr einen konventionellen Heiratsantrag machen mit Zustimmung der Eltern, über deren Beschaffenheit er nichts weiß. Nachtigall ik hör Dir trapsen. Vorher noch bekommt er beim Beislwirt Toni (Wolfang Böck) den Bauerntheaterschnaps und ein paar Infos über die Villa Schaller serviert.
Es sind grobgehobelte Figuren, die primär als Thesen- und Pointenträger zu fungieren haben, so wie Kasperle oder eben die Figuren im Bauerntheater, deren Zusammenprall auf Kilometer absehbar ist.
Hedwig organisiert für die zu erwartend schwierige Szene der Vorstellung des künftigen Schwiegersohnes den Beistand Dietmar (Roland Silbernagl), ein Vertrauter der Familie, Pfarrer, katholisch und schwul und mit einem protestantischen Pfarrer zusammen, so verlangt es die Bauerntheaterkonstellationstheorie und auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Den Rest kann man sich ausdenken, ganz ohne den Film zu schauen, was mindestens Lebenszeit spart.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.