Mutterschaft
ist unumwunden das, was der Titel beschreibt. Im englischen Original heißt der Film „Reminders of Him“; die Übersetzung von ‚Reminder‘ ist vieldeutig, dürfte aber im Mutterschaftsfall die Erinnerung meinen, Erinnerungen an ihn.
Er, das ist Scotty (Rudy Pankow). Die die Erinnerung in sich getragen und zur Welt gebracht hat, ist die Protagonistin Kenna (Maika Monroe). Das Erinnerungs’stück‘ ist das Kind Diem (Zoe Kosovic). Kenna kennt Diem nicht. Gleich nach der Geburt wird sie ihr weggenommen. Das Mädchen wächst bei den Eltern von Scotty auf, bei Patrick (Bradley Whitford) und Grace (Lauren Graham).
Der Film von Vanessa Caswill nach dem Drehbuch von Lauren Levine und der Autorin des Romans, Collen Hoover, lässt Kenna, aus dem Knast kommend, in dieser bergig, wild-romantischen, wenig dicht besiedelten Gegend einen Job und eine Unterkunft suchen. Diese findet sie in den Paradise Appartments.
Schön amerikanische Provinz mit den entsprechend skurrilen Figuren und Gewohnheiten. Kenna ist die Art von Geschöpf: irgendwie hilflose Frau, die schutzlos wirkt, aber umso sexier; sie ist entsprechend angezogen, die langen, graden Haare sind nicht weniger attraktiv.
Es ist die Art amerikanischen Filmes, in der die Schauspieler in dieser ungemein spontan wirkenden Lockerheit ihre Parts zum Besten geben und so eine glaubwürdige Alltagsrealität auf der Leinwand herstellen.
Auf ihrer Jobsuche stößt Kenna auf Ledger (Tyriq Withers). Bereits die erste Begegnung ist so inszeniert, dass man sich auf mehr, auf eine Liebesgeschichte einstellen kann.
Der Roman und die ihn illustrierende Musik garantiert, dass es um ein Leben geht, in dem es nur Schicksalsschläge und Missverständnisse gibt. Diese sind bei gutem Willen und wenn man tiefer hinter die Traurigkeit einer Person schaut, klärbar. Dann steht dem Glück nichts mehr im Wege.
Die Mutter ist auf der Suche nach ihrem Kind. Das wächst bei den Eltern von Scotty auf. Ledger ist der Nachbar, er war der Jugendfreund von Scotty, kennt aber Kenna nicht. Das wird erläutert.
Es ist eine romanhaft schöne Liebesgeschichte vom Lande, eine Rührgeschichte; die Mutterschaft steht in strahlendem Lichte da, vor diesem Hintergrund ist sie unzweifelhaft etwas Schönes und Erstrebenswertes. Die Konflikte mögen später kommen.
Der Schlüssel zur Klärung der Missverständnisse ist das Tagebuch von Kenna, in welchem sie Briefe an ihren bei einem Unfall zu Tode gekommenen Scotty schreibt. Liebenswert romantisch ist auch Ledgers orangener Ford-Pickup von anno dunnemals.