Profikriminalität trifft auf lethale Krankheit.
Die vom Typ her ziemlich ungewöhnliche, charmante Profikillerin Tez (Sophie Verbeeck) bekommt einen Auftrag vom einem Boss aus der kriminellen Unterwelt, von Charles Mahr (Louis-Do de Lencquesaing). Dieser, das ist jetzt ein kleiner Spoiler, aber verrät gleichzeitig nicht allzu viel, ist selbst mit einer tödlichen Krankheit konfrontiert.
Das dürfte das zentrale Thema dieses distinguierten Genussthrillers von Christoph Hochhäusler sein, der mit Ulrich Peltzer auch das Drehbuch zu dieser deutsch-luxemburgisch-belgischen Koproduktion geschrieben hat. Ein gut europäischer Thriller also auch.
Wie geht einer, der ruchlos andere ums Leben bringen lässt, selber mit dem Thema um? So explizit wird das allerdings nicht durch den Drehbuchfleischwolf gedreht. Es hat aber selbstverständlich Folgen. Und macht die Sache nicht weniger verzwickt.
Aber: pssst!, hinter einem Gemälde von Giuseppe Maria Crespi,
Hekabe blendet Polymnestor, versteckt soll Bargeld nach Luxembourg geschmuggelt werden. Die Sache fliegt auf. Der Fahrer kommt in den Knast. Das Geld bleibt bei der Polizei und fehlt den Kriminellen.
Der Fahrer wird gegen Kaution freigelasssen, aber bald darauf ermordet. Hier setzt der Auftrag für Tez ein. Sie soll den Mörder des Fahrers finden und diesen selbst wiederum erledigen.
Es gibt in diesem Game eine Gruppe Italiener. Das Gemälde stammt von einem Italiener. Und die Blendung spiegelt sich auch in der Geschichte wieder. Einmal in einer blinden Mitspielerin. Und das ist noch nicht alles mit diesem Motiv. Dann gibt es die Gruppe um Charles Mahr und die Gegengruppe um Patric de Boer (Marc Limpach).
Hochhäusler nutzt den Faden der Story, in dem immer wieder auch gegenseitig sich beobachtet wird und einer mehr weiß als der andere, vor allem für Milieuschilderung. Es sind feine Milieus, die ihren Glanz aus dem Dunstkreis des Verbrechens beziehen. Diese werden stil- und geschmacksicher vorgeführt.
Es gibt menschliche Verwicklungen, die Differenzen in den Hierarchien. Das Drehbuch gönnt der Killerin ein lesbisches Extempore und wie ein Verfolger zum Verfolgten wird, das zeichnet Hochhäuser mit Links und mit Wohnne.
Die Reichweite geht bis in ein großes Museum, schummrige Clubs und elegante Bungalows. Das Drehbuch zeichnet sich durch sorgfältige Dialoge aus; es schmerzt direkt, wenn man an die oft doch vergleichsweise krud geschusterten Tatort-Drehbücher denkt.