No Mercy

Appetizer

Der Film von Ilsa Willinger macht richtig Lust auf das von ihre behandelte Frauenfilmgenre, das nach eigener Aussage die härteren Film macht als die Männer und dies dank dem schonungsloseren Blick. Härte wird mit Ehrlichkeit gleichgesetzt.

Es geht also nicht um RomComs, um Komödien, Tragödien, Sci-Fi oder Fantasy von Frauen. Immerhin findet Alice Guy, der Erfinderin der Filmerzählung und dem mutmaßlich ersten Opfer einer chauvinistischen Filmgeschichtsschreibung, Eingang mit einem Zitat aus „Die Fee im Kohlfeld“. Aber das ist ein anderes Kino, als für welches sich dieser Film interessiert.

Hier geht es um Filme von Frauen, die sich explizit mit dem Thema Frau beschäftigen, von Frauen, die Selbstbewusstsein gegenüber den Männern entwickeln, die sagen, was die an Gewalt können, das können wir auch; es fällt auch der Begriff des Hexenbusiness.

Am stärksten beeindruckt ist die Dokumentaristin von der Russin Kira Muratowa. Die hat für sie die Richtung vorgegeben, in der sie weitersuchte.

Ein wichtiger Punkt ist das Frauenfilmfest von Cretueil. Hier wühlt sich Jackie Buet durch das umnfangreiche Archiv. Von hier aus spannen sich die Fäden in alle Welt.

Die Filmemacherin besuchte namhafte Regisseurinen der unterschiedlichsten Generationen mit einer großen Bandbreite an Filmen. Einige wurden auch hier besprochen: Die Jungfrauenmaschine, Titane, Saint Omer, Mona Lisa and the Blood Moon, Petite Maman – Als wir Kinder waren.

Andrea Arnold wird zitiert und wie sie sich von der Art des Filmemachens von Francis Ford Coppola unterscheide. Ein Thema ist die Frau als traditionelles Sexobjekt und dass in diesen Filmen die Frau nie Beute sei.

Es gibt Filme, die zeigen Exhibitionisten, Onanisten, Vergewaltiger. Weniger ist die Rede davon, die Menschen einfach genau zu beobachten. Es scheint vor allem um den weiblichen Blick auf die Welt zu gehen und diesen von einem behaupteten männlichen Blick abzugrenzen und ihn diesem gleichwertig gegenüberzustellen.

Es gibt natürlich auch viele Frauen, die ganz andere Filme machen, aber das ist hier nicht das Thema. Es geht hier darum, dass auch Frauen Brutalität im Film zeigen können, womöglich noch brutaler als Männer.

Interviewte Regisseurinnen: Ana Lily Amirpour, Catherine Breillat, Margit Czenki, Virigne Despentes, Alice Diop, Valie Export, Nina Menkes, Marzieh Meshkini, Mouly Surya, Céline Sciamma, Joey Soloway, Monika Treut, Apolline Traoré.

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