Rache ist süß,
das behauptet dieser Film von Pierre-Francois Martin-Laval so stur, wie seine Hauptfigur Robert Poutifard oder wie ein Christian Clavier gerne die kleinen Spießer spielt in ihrer Verbohrtheit und allfälligen Begriffsstutzigkeit und die dann doch das Herz auf dem rechten Fleck haben.
Es ist kein üblicher Revenge-Film. Er nutzt das Genre vorerst, um den in Rente gegangenen Schullehrer Poutifard seinen Frust über all die Demütigungen, die er in Jahrzehnten von seinen ungezogenen Schülern – und auch von seiner Mutter (Isabelle Nanty) – hat erleiden müssen, zu rächen. Er lebt auch mit Eintritt in die Rente noch in ihrem Haus. Sie hat ihn fest im Griff.
Einmal kurz vorher hätte es fast zu einer Liebe mit der neuen Kollegin Claudine (Jennie Anne Walker) aus Québec geklappt. Ein böser Schülerinnenstreich hat dies zunichte gemacht.
In einer geheimen Kammer im Haus seiner Mutter hat er die Beweise gesammelt, die Streiche, die Texte, die Unanständigkeiten, die Unverfrorenheiten. Jedes Jahr ist neues Material hinzugekommen.
Besonders das Quartett, das ihm die Liebe zu Claudine zerstört hat, hat er auf dem Kieker. Kaum in Rente begibt er sich, so systematisch wie pingelig, 20 Jahre nach der bösen Tate auf den Rachefeldzug.
Erst will er Anthony (Roby Schinasi) sein Sternerestaurant madig machen, nicht nur, dass er ihm unangemeldet einen Restaurantkritiker auf den Hals schickt, einen schlabberneden Hund hetzt er ihm auch auf die Bude und mehr. An Einfällen fehlt es Regie und Darsteller nicht.
Dann sind die beiden Zwillinge Camille (Salomé Partouche) und Mélanie (Noémie Chicheportiche) dran. Die sind zwei Influencerinnen geworden und haben einen wichtigen Grundsteinlegungstermin mit dem Staatspräsidenten. Den zu vermasseln wird der Lehrer bereits von seiner Mutter unterstützt, die kennt sich, im Gegensatz zu ihm, im Internet aus. Das wird noch wichtiger für den vierten Fall.
Audrey (Kezia Quintal) ist eine gefeierte Popsängerin geworden. Hier gilt es, ihren Auftritt zu hacken. Da erweist sich der einzige Schüler, der Herrn Poutifard je verehrt hat, Bouli (Oussama Kheddam), als Techniker der Halle nützlich. Aber, es stellt sich ein unvorhergesehenes, ernstzunehmendes Hindernis quer zu des Rächers Plänen.
Es sind der Charme sowohl des Drehbuches als auch des Charakters der Clavier-Figur, die zur Erkennntis führen, dass Vergebung die stärkste Form der Rache sei, das war jetzt ein Spoiler, aber wenn ein Christian Clavier eine Komödie spielt, oder hier eine Rachekomödie, so darf erwartet werden, dass die Angelegenheit gut ausgeht.