Hoppers

Roboterbiber

Pixar steht unter Produktionszwang, schließlich hat man den ganzen Produktionsapparat, die Gagmaschinerie, die Zeichner- und Brainstorming-Teams geübt im Umgang mit KI und den Zugang zu Geldern oder man muss eigene wieder investieren.

Wenn einem nicht gerade ein Thema unter den Nägeln brennt, das es zu verfilmen, zu veranimieren gilt, so muss man eins erfinden. Die Plüschtieranimationsabteilung verfügt eh über einen leicht variierbaren Fundus aus dem Tierreich.

Im Zentrum soll eine menschliche Heldin stehen, es muss ein Mädchen sein. Sie wird Mabel heißen. Es wird sich herausstellen, dass es günstig ist, sie in zwei Lebensaltern zu zeigen, als 12-jährige und später als 19-jährige.

Auf ein Thema, was mit pädagogischem Impetus zubereitet werden soll, hat man sich auf Umweltschutz geeinigt, die Zerstörung der Natur durch den Menschen. Deshalb wird Mable, wie wir sie nennen, im Erwachsenenalter eine Umweltaktivistin.

In der Vorgeschichte führt Oma ihre Enkelin in die Großartigkeit der Natur ein. Das passiert ähnlich wie in Flüstern der Wälder. Die Kreativen zaubern eine großartig idyllische Landschaft auf die Leinwand, zum Niederknieden, Omas Haus vor einer bunt blühenden Wiese.

Das Bild, was im Film am meisten menschliche Nähe und Wärme und Bezug herstellt, das sind Oma und Enkelin Mabel, wie sie auf einem Hügel vor der Natur traut nebeneinander sitzen. Oma erklärt ihre Naturphilosophie, man müsse nur hinschauen, hinhören, dann komme sie schon.

Das wird Mabel ein paar Jahre später versuchen. Nichts rührt sich. Der Stausee, den Biber mit ihrer Staumauer erzeugt haben, liegt ausgetrocknet da. Kein Biber weit und breit zu entdecken. Irgendwas stimmt nicht.

Auf der einen Seite steht dräuend ein nicht fertig gebautes Stück Umfahrungsstraße um Beaverton Village herum. OB Jerry, der wiedergewählt werden möchte, ist dabei, das letzte Hindernis zur Vervollständigung der Straße aus dem Weg zu räumen, den Biberdamm. Der ist gespickt mit Sprengstoffladungen. Mabel geht kühn dazwischen. Heldin.

Auf der Suche nach den verschwundenen Tieren gerät Mabel in etwas hinein, wofür sich die Kreativen bei allerlei bunt gemischten Genres bedienen, von SciFi über Robotertier, Krimi bis hin zur Naturkatastrophe (Waldbrand). Diese Handlungen dienen dazu, an ihnen wie an einer Perlenkette Gag über Gag aneinanderzureihen. Es ist ein Synthetic-Kino mit Naturschutzimpetus, das selbstverständlich gut auszugehen hat.

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