Produziert nach ökologischen Standards
In Deutschland stürmt die AfD von einem Wahlerfolg zum nächsten, die, wie es notorisch heißt „in Teilen gesichert rechtsextrem“ sei und die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen möchte.
Dieser hat das wohl noch nicht so recht mitbekommen und macht weiter Programm, als lebe er in glückseligen, altväterlichen Zeiten offenbar an weiten Teilen eines heute möglichen Publikums vorbei. Ein Witzchenabend mit Einspielern wie aus einem guten Fernsehmöbel der 50er Jahre, nur dass dieser Screen in eine Holzwand eingelassen ist. Auch die Ausstattung des Studios versucht nach hinten zu schauen und eine Kuscheligkeit und Biederkeit entstehen zu lassen, als gäbe es eine Welt draußen und von heute nicht.
Vor Aufzeichnungsbeginn wird das Publikum wie mit einer Peitsche aufgeheizt, so dass der Begrüßungsapplaus für den Moderator steif gekünstelt, gequält daherkommt; dieser ermüdet sichtlich im Laufe der zähen Dreiviertelstunde, in der der BR Promis aus verstaubten Regalen in die Sendung hat transportieren lassen; keine Ahnung, wer die weshalb kennen soll.
Die Promigäste versuchen nun bemüht, Anekdoten zum Besten zu geben, von denen irgendwer unter den Anwesenden, das kann auch das Publikum sein, erraten soll, ob sie gelogen seien. Das ist an sich eine hübsche Idee für ein Gesellschaftsspiel, für den Familienabend, für den Vereinsabend von anno dunnemals, für die Hütte, für den Campingabend.
Hier läuft es unter Promi-PR, wer immer auch definiert, wer weshalb ein Promi ist und es verdient, vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seinen PR-Aktivitäten nicht nur gratis, sondern bestimmt gegen eine Aufwandsentschädigung aus dem Zwangsgebührentopf unterstützt zu werden.
Ein Angelegenheit, die mit Humor nichts zu tun hat, sondern nur mit Geschäft und in der Zwangsgebührengelder abgezweigt werden für Leute, die ihr Geld damit verdienen, dass sie bekannt sind, dass sie sogenannte Promi-Namen sind.
Im Abspann der Sendung steht nicht mal ein Verantwortlicher vom BR, der, nach welchen Gunstprinzipien auch immer, die Protagonisten ausgewählt hat. Haarriss im Hobby-Hoarsing-Steckenpferd oder Muskelfaserriss, Policia oder Polyester, Schrotten eines Suzuki und Bieseln in Topfpalmenkübeln in Hotels, das war die Highlights an Brillanz dieser verschenkten, peinlich versenkten öffentlich-rechtlichen Dreiviertelstunde.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.