Lebenslinien: Cissé, der Kult-Taxifahrer (BR, Montag, 2. März 2026, 22.00 Uhr)

Gegen die im Land und in der Politik grassierende Fremdenfeindlichkeit.

Und dann wars doch nur Eigenwerbung –
Maskottchen

Wer mit der Fußballwelt kaum was zu tun hat und auch kein besonderes Interesse, der wird anfänglich angetriggert von diesen Lebenslinien von Constanze Hegetusch (siehe auch Lebenslinien über Constanze Lindner) und Jan Wiecken unter redaktioneller Obhut von Johanna Teichmann.

Oh, das könnte ein Beitrag werden gegen die im Lande und in der Politik grassierende Fremdenfeindlichkeit. Dazu ein Porotagonist, der mit seiner Energie und Lebensbejahung so eine Sendung ganz von alleine trägt.

Dann entpuppt sich das Feature jedoch lediglich als Eigenwerbung fürn BR, dazu noch in den ausgefahrenen Gleisen des Lebenslinienformates mit den üblichen Besuchen bei früheren Wohnungen und die Krankheits(Schlaganfall)- und Liebes(gescheitert)geschichten, die wie lebenslaufnotorisch abgehandelt werden.

Er ist gewinnend, er ist ein sympathieerweckendes Mannsbuild, spricht bayerischeres Bayerisch als mancher hier Aufgewachsener oder Zuagroaster. Er hat diesen typisch bayerisch zwidrigen Humor (der leider im Fernsehen kaum mehr zu finden ist, siehe Watzmann ermittelt).

Er ist ein speziell sprachbegabter und sprachinteressierter Einwanderer; der sich mehr für den bayerischen Dialekt begeistert und sich in ihn vertieft als so mancher, der hier aufwächst oder als so mancher Binnenwanderer. Der BR rühmt sich, ihn für seine Sportshow als Maskottchen für den FC-Bayern entdeckt zu haben.

Dafür nehmen die Lebenslinien in Kauf, dass sie selbst bei illegalen Praktiken wie Verkauf von afrikanischem Schmuck auf dem Land oder Passfälschung ein Auge zudrücken, sie im Nachhinein allenfalls mit schalkhaftem Auge positiv darstellen.

Man lernt aber auch aus diesem Lebenslinien-Beitrag, dass Sprache für die Integration ein sine qua non Momentum darstellt.

Einmal mehr gibt der BR an, diese Sendung sei nach ökologischen Standards produziert zu haben, inklusive Flüge nach Dakkar, dortigen Autofahrten (bestimmten nach höchst ökologischen Standards) und auch alle Fahrten in Deutschland mit Elektrofahrzeugen; oder was genau heißt das? Ein Greenwashing-Versuch?

Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratisch eminent wichtige, gigantische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.

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