Sich selber spielen,
das ist vielleicht nicht leicht. Darauf lässt sich Charli XCX ein.
Der Kritiker, der das nicht wusste zu Beginn der Filmvorführung, fand, dass das keine besonders gute Darstellerin sei, die hier den Star mimen müsse. Oh, welche Überraschung beim Nachschauen nach der Vorführung: sie spielt sich selbst.
Vermutlich ist das einer dieser Musikfilme, die für Fans und Kenner sind. Für den Unbedarften bleibt schleierhaft; ob der Film von Aidan Zamiri eine Hommage an die Sängerin ist oder einen kritischen Blick in das Showbusiness werfen soll.
Schon bei den Titeln arbeitet der Regisseur mit extremer Schnitt- und Collagehektik, dann mit nervöser Handkamera und immer extrem nah an der Protagonistin und deren Entourage. Es entsteht so das Gefühl, mitten im Auge des Starsturms zu sein. Das macht aber auch besonders deutlich, wenn zwischen Sein und Spiel der Akteure eine Differenz zu spüren ist.
Der grobe Faden ist derjenige, dass Charli XCX eine Tournee vorbereitet. Viel Volk tanzt um sie herum, Manager, Techniker, Berater und Beraterinnen. Mitten in den Proben nimmt sich Charli XCX eine Auszeit in einem Spa-Hotel auf Ibiza. Es setzt dann noch einen Skandal mit einem Werbepartner und Alexander Skarsgard ist ständig aufdringlich, weil er spielen muss, dass er eine Doku über diese Tournee und die Proben filmen soll.
Die Notwendigkeit des Filmes erschließt sich mir nicht, da er ja auch nicht wie ein Hochglanz-Werbeprodukt für den Star rüberkommt. Der Film kann sich nicht aus der selbst entschiedenen Verstrickung mitten in der Star-Blase befreien. Sollte Charli XCX wirklich eine Sängerin sein, so ist davon kaum was zu hören.